Morddrohungen gegen Kolumbien-Star Campaz nach WM-Aus
Morddrohungen gegen Kolumbien-Star Campaz nach WM-Aus

Kolumbiens Nationalspieler Jaminton Campaz (26) und seine Familie sind nach dem WM-Achtelfinal-Aus gegen die Schweiz (3:4 n.E.) mit Morddrohungen konfrontiert. Wie „OneFootball“ berichtet, hat der Stürmer aus Angst beschlossen, vorerst nicht mit den restlichen Nationalspielern in die Hauptstadt Bogotá zurückzukehren.

Campaz als Sündenbock trotz sicher verwandeltem Elfmeter

Viele kolumbianische Fans machten Campaz für das Ausscheiden verantwortlich. Dabei hatte der Spieler im Elfmeterschießen seinen Strafstoß sicher verwandelt. In der zweiten Hälfte der Verlängerung vergab er jedoch eine große Chance, als er nach einem Fehler von Schweiz-Kapitän Granit Xhaka frei vor BVB-Torwart Gregor Kobel auftauchte, aber den Ball nicht im Netz unterbrachte.

Appell für Respekt und Verurteilung durch den Verband

Zwei Tage nach dem Spiel veröffentlichte Campaz auf Instagram einen Appell: „Mein Kolumbien, bitte lasst uns den Respekt niemals aus den Augen verlieren. Wir mögen unterschiedlich denken oder Frustration und Traurigkeit empfinden, aber keine Leidenschaft rechtfertigt Hass oder ein Leben in Angst.“

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Der kolumbianische Fußballverband verurteilte die Drohungen am Freitag scharf. In einem offiziellen Statement heißt es: „Kein Sportler und kein Mitglied seines engsten Umfelds sollte Einschüchterungen ausgesetzt sein, weil er sein Land auf der sportlichen Bühne repräsentiert. Fußball muss ein Ort der Einheit, des Respekts und der Hoffnung sein – niemals ein Schauplatz von Hass, Einschüchterung oder Gewalt.“

Ermittlungen sollen beschleunigt werden

Der Verband forderte die Generalstaatsanwaltschaft auf, die Ermittlungen zu beschleunigen, um die Urheber der Drohungen zu identifizieren. Die Vorfälle wecken Erinnerungen an die Ermordung von Andrés Escobar nach der WM 1994 in den USA. Escobar hatte ein Eigentor gegen den Gastgeber verschuldet und wurde nach der Rückkehr nach Kolumbien in Medellín erschossen.

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