Nach tödlichem Anschlag auf CSD Berlin: Sarah Connor evakuiert – Sängerin spricht von „Vollidiot“
Nach CSD-Anschlag: Sarah Connor evakuiert und erschüttert

Eine Frau ist tot, mehrere Menschen wurden verletzt, als ein Attentäter am Freitagabend in die Menschenmenge des Christopher Street Day (CSD) in Berlin raste. Unter den Evakuierten befand sich auch Schlagersängerin Sarah Connor (46), die Minuten zuvor noch auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor aufgetreten war. In einer emotionalen Instagram-Story kurz nach Mitternacht berichtete sie von der Evakuierung und zeigte sich fassungslos.

Sarah Connor stand um 21.30 Uhr auf der CSD-Bühne

Der CSD in Berlin war am Freitag mit hunderttausenden Besuchern ein Fest der Liebe und Vielfalt. Um 21.30 Uhr stand Sarah Connor auf der Bühne, um für die Community zu singen. Fotografen hielten den Moment fest, als sie von Tausenden gefeiert wurde. Doch nur wenig später kippte die Stimmung: Gegen 22 Uhr raste ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge und tötete eine Frau. Die Polizei geht von einer Terrortat aus.

In ihrer Instagram-Story dankte Connor zunächst ihren Fans: „Vielen Dank, dass ihr mir so einen wunderschönen Auftritt bereitet habt. Für eure Liebe, für euer Dasein, für euer Sein, für euer Lautsein, für euer Buntsein.“ Sie betonte die besondere Atmosphäre: „Ich hab diese ganze Liebe da gefühlt und es war unfassbar schön.“

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Evakuierung aus dem Backstage-Bereich

Kurz nach ihrem Auftritt wurden Connor und andere Personen aufgefordert, den Backstage-Bereich zu verlassen. „Umso furchtbarer, dass wir dann kurz danach aus dem Backstage evakuiert wurden, weil wieder irgendein Vollidiot ausgerastet ist und diese Amokfahrt gemacht hat in Berlin“, sagte die Sängerin verbittert. Die Polizei bestätigte später, dass es sich um einen gezielten Anschlag handelte.

Der Täter raste nach ersten Erkenntnissen in eine Gruppe von CSD-Besuchern. Ein Rettungswagen brachte die Verletzten in umliegende Krankenhäuser. „Man weiß, glaube ich, noch nicht so viel“, sagte Connor in ihrem Video, das sie kurz nach Mitternacht aufnahm. Inzwischen ist bekannt, dass eine Frau ums Leben kam und mehrere weitere Menschen verletzt wurden.

Sarah Connor: „Mir fehlen die Worte“

Die Sängerin zeigte sich tief erschüttert. „Mir fehlen die Worte. Ich finde es furchtbar. Mein Beileid allen Angehörigen der Verletzten und des Verunglückten.“ Laut Polizeiangaben handelt es sich bei dem Getöteten um eine 54-jährige Frau aus Berlin. Drei weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Der Attentäter, ein 30-jähriger Mann mit syrischer Staatsangehörigkeit, wurde festgenommen. Die Ermittlungen zu seinem Motiv laufen.

Trotz des Schocks richtete Connor am Ende ihrer Story einen Appell an die Community: „Umso mehr Grund, laut zu sein und laut zu bleiben.“ Dieser Satz wurde von vielen Fans aufgegriffen und auf Social Media geteilt. Der CSD Berlin galt als einer der größten und buntesten in Deutschland; die Veranstalter sprachen von über 300.000 Teilnehmern.

Gedenken an das Opfer

Die Berliner Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab. Am Samstag legten Menschen Blumen und Kerzen an der Absperrung nieder. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich bestürzt: „Diese feige Tat trifft uns alle. Unser Mitgefühl gilt der Familie des Opfers.“ Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verurteilte den Anschlag scharf und versprach eine lückenlose Aufklärung.

Sarah Connor, die am nächsten Morgen Berlin verließ, bedankte sich noch einmal bei ihren Fans für die Unterstützung. Sie kündigte an, von dem Erlebten erst einmal Abstand zu nehmen. Der CSD wird in diesem Jahr nicht wiederholt; die Veranstalter sagten alle weiteren Programmpunkte ab.

Der Anschlag auf den CSD Berlin reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf LGBTQ-Veranstaltungen in Europa. Erst im Juni war in Oslo ein Schütze in eine Gay-Bar eingedrungen; bei jenem Anschlag kamen zwei Menschen ums Leben. Die Community fordert nun mehr Schutz für queere Events.

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