Eine aktuelle Studie der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zeigt: Die Kultur ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Berlin. Ohne die Kreativ- und Kulturbranche wäre die Hauptstadt wirtschaftlich deutlich schwächer. Die Untersuchung belegt, dass die Kulturwirtschaft mit rund 80.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einem Umsatz von über 15 Milliarden Euro jährlich einen bedeutenden Beitrag zur Berliner Wirtschaft leistet.
Kultur als Jobmotor und Steuerquelle
Laut der Studie sind die Beschäftigtenzahlen in der Kulturwirtschaft in den letzten fünf Jahren um rund zehn Prozent gestiegen. Damit wächst dieser Sektor schneller als die Gesamtwirtschaft Berlins. Die Branche generiert zudem erhebliche Steuereinnahmen: Allein die Umsatzsteuer aus kulturellen Dienstleistungen und Produkten belief sich im Jahr 2022 auf rund 1,2 Milliarden Euro.
„Die Kultur ist nicht nur ein weicher Standortfaktor, sondern ein harter Wirtschaftsmotor“, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bei der Vorstellung der Studie. „Ohne die vielen Theater, Museen, Galerien und Kreativunternehmen wäre Berlin nicht nur kulturell ärmer, sondern auch wirtschaftlich deutlich schwächer.“
Internationale Ausstrahlung und Tourismus
Die Studie hebt auch die Bedeutung der Kultur für den Tourismus hervor. Rund 40 Prozent der Berlin-Besucher geben an, dass kulturelle Angebote der Hauptgrund für ihre Reise sind. Die Ausgaben dieser Kulturtouristen belaufen sich auf jährlich rund 4,5 Milliarden Euro. Zudem profitiert die Stadt von der internationalen Ausstrahlung ihrer Kulturszene: Berlin zählt zu den weltweit führenden Metropolen für zeitgenössische Kunst, Musik und Theater.
„Die Kultur macht Berlin einzigartig und zieht Talente aus aller Welt an“, ergänzte Lederer. „Das sichert langfristig Arbeitsplätze und Innovation.“
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Trotz der positiven Zahlen weist die Studie auch auf Risiken hin: Steigende Mieten, die Verdrängung von Kreativräumen und die Folgen der Pandemie belasten viele Kulturbetriebe. Die Senatsverwaltung plant daher, mit einem neuen Förderprogramm „Zukunft Kultur“ gezielt kleine und mittlere Einrichtungen zu unterstützen. Insgesamt 50 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren bereitgestellt werden, um die Infrastruktur zu sichern und digitale Innovationen zu fördern.
„Wir müssen die Rahmenbedingungen für die Kultur verbessern, damit sie weiterhin ihr volles wirtschaftliches Potenzial entfalten kann“, betonte Lederer. Die Studie solle als Grundlage für weitere politische Entscheidungen dienen.



