Berlin. Auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße ist in diesem Jahr erneut Roggen geerntet worden. Helferinnen und Helfer brachten die diesjährige Ernte – geschätzt 300 bis 400 Kilogramm – am Vormittag des 22. Juli 2026 mit einem Mähdrescher ein.
Verwendung des Roggens: Von Brot bis Weihnachtsgebäck
Gut die Hälfte des Getreides wird zu Mehl für Brote und Brötchen verarbeitet, die Besucher der Kapelle der Versöhnung probieren können. Auch für Lebkuchen und Oblaten für das Weihnachtsfest findet der Roggen Verwendung, wie die Stiftung Berliner Mauer mitteilte. Das 2.000 Quadratmeter große Roggenfeld liegt inmitten des Gedenkstättengeländes im ehemaligen Grenzstreifen.
Symbolik und Geschichte des Feldes
An der Bernauer Straße, wo die Mauer einst Familien voneinander trennte und Fluchtversuche lebensgefährlich waren, wächst Jahr für Jahr auf 0,2 Hektar Getreide. Bereits kurz nach dem Mauerfall säten Ostberliner Anwohner Lupinen, um Leben in den einstigen Todesstreifen zurückzubringen. Heute wird das Roggenfeld von der Humboldt-Universität betreut. Es ist fester Bestandteil der Gedenkstätte Berliner Mauer und nach deren Angaben ein wichtiger Teil des Erinnerns. Am 13. August jährt sich der Mauerbau zum 65. Mal.



