US-Präsident Donald Trump hat im laufenden Iran-Krieg erneut mit massiven Vergeltungsschlägen gedroht. Sollte der Iran ein Schiff in der Straße von Hormus angreifen, würden die USA „eine Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren und zerstören“, erklärte Trump bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. Zudem kündigte er einen baldigen Angriff auf die als „Pickaxe Mountain“ bekannte unterirdische Atomanlage im Iran an: „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht.“
Kosten des Iran-Krieges: Hegseth nennt 37,5 Milliarden Dollar
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezifferte die bisherigen Kosten des Iran-Krieges auf 37,5 Milliarden Dollar (knapp 33 Milliarden Euro). Diese Zahl nannte er am Dienstag in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss, in der er einen Antrag auf zusätzliche Mittel für das Pentagon in Höhe von rund 67 Milliarden Dollar verteidigte. Das neue Geld sei „dringend“ notwendig, um die Kosten bis Ende September zu decken.
Die US-Armee führte unterdessen nach eigenen Angaben „die elfte Nacht in Folge“ Angriffe auf den Iran durch. Das Regionalkommando Centcom erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, „die Fähigkeit des Iran, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen“. Die neue Angriffswelle habe am Mittwochmorgen um 01.00 Uhr MESZ begonnen.
Pakistan droht mit Militäreinsatz gegen Huthi
Pakistan hat im Konflikt zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien mit einem Militäreinsatz gedroht. Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die Atommacht Pakistan unterhält mit Saudi-Arabien ein weitreichendes Militärbündnis. Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland.
In der Stellungnahme verurteilt Pakistan die Drohungen der Huthi gegenüber Saudi-Arabien. Eigene pakistanische Interessen könnten im Sinne des Bündnisses auch bei einem Angriff auf das Königreich als verletzt gelten. Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde Pakistan im Jemen-Krieg zu einem Kontrahenten Teherans machen.
Schiffsverkehr in beiden Meerengen bricht ein
Nach der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus könnte die Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens zur nächsten Gefahr für die Schifffahrt werden. Der Datenanbieter Kpler berichtete, das Risiko eines „doppelten Engpasses“ steige. Das Vertrauen in den Schiffsbetrieb sei „unter Druck“. Am Dienstag sei der Verkehr in der Straße von Hormus um 31 Prozent gesunken im Vergleich zum Vortag, und am Bab al-Mandab um 34 Prozent. Im Golf von Aden seien mindestens vier Schiffe nach jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz umgekehrt.
Die Huthi-Miliz gab eigenen Angaben zufolge an, sechs Schiffe in der Region zur Umkehr gezwungen zu haben. Die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete unter Berufung auf Militärkreise, innerhalb von 24 Stunden seien sechs Schiffe nach Warnungen umgekehrt. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht.
Iran bestreitet nukleare Aktivitäten in Pickaxe Mountain
Der Iran hat nukleare Aktivitäten an dem als „Pickaxe Mountain“ bekannten Standort im Zentrum des Landes dementiert. US-Berichte darüber seien „nichts weiter als ein erfundener Vorwand für Aggression, Zerstörung und Sabotage“, schrieb Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai auf X. Die nuklearen Aktivitäten Irans seien der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vollständig gemeldet. Über den genauen Zweck von „Pickaxe Mountain“ ist wenig bekannt. Der Bau begann nach einem Brand und einer Explosion im Juli 2020, bei denen eine oberirdische Montagehalle für Zentrifugen in Natanz schwer beschädigt wurde.
Jordanien fängt iranische Raketen ab – Explosionen in Teheran
Jordanien meldete den Beschuss mit sechs weiteren Raketen aus dem Iran. Die Flugabwehr habe sechs iranische Raketen registriert und reagiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf Militärkreise. Vier Raketen seien abgefangen worden, zwei in abgelegenen Gebieten niedergegangen. Schäden oder Opfer habe es nicht gegeben. Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation wurde auch in Teheran die Flugabwehr aktiviert. Im Nordosten der Millionenmetropole waren dumpfe Detonationen zu hören.
Kuwait: Iranische Angriffe treffen Kraftwerke und Entsalzungsanlagen
Mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen in Kuwait wurden nach Regierungsangaben erneut Ziel iranischer Angriffe. Durch die Attacken am Montagabend seien in mehreren Einrichtungen Brände ausgebrochen, erklärte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien. Der entstandene Schaden werde erfasst, während Reparaturen vorbereitet würden. Mehrere Einheiten seien vorsorglich vom Netz genommen worden.
Hinrichtung im Iran: Mann wegen Protestbeteiligung hingerichtet
Im Iran ist erneut ein Mann hingerichtet worden, der wegen seiner Beteiligung an den regierungskritischen Protesten im Dezember und Januar verurteilt worden war. Mehdi Chanaki sei ein „aktives Mitglied einer terroristischen Vereinigung während der Proteste“ gewesen, teilte die Justiz mit. Er sei am 10. Februar festgenommen worden, bei ihm sei ein großes Waffenarsenal entdeckt worden. Chanaki sei zum Tode und zur Einziehung seines Vermögens verurteilt worden, weil er „zugunsten des zionistischen und des amerikanischen Regimes gehandelt“ habe. Ende Dezember hatten sich Proteste wegen der Wirtschaftslage zu großen Demonstrationen ausgeweitet. Teheran räumte mehr als 3000 Tote ein.
Saudi-Arabien und VAE nähern sich wieder an
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich nach ihrem Zerwürfnis im Winter offenbar wieder angenähert. Der Chef der saudiarabischen Behörde für Unterhaltung, Turki al-Sheich, veröffentlichte auf X ein Foto des saudischen Verteidigungsministers Chaled bin Salman mit dem emiratischen Vizepräsidenten Mansur bin Sayed. Al-Sheich schrieb: „Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate: eine Geschichte brüderlicher Beziehungen und eine starke Partnerschaft.“ Der emiratische Präsidentenberater Anwar Gargash teilte das Bild und fügte hinzu: „Die wichtigste Geschichte am Golf in einem Foto dargestellt.“



