Ein Disput zwischen zwei Familien eskalierte am Dienstagabend an Bord eines Easyjet-Fluges von Teneriffa nach Liverpool derart, dass der Pilot den Flug abbrechen und zum Startflughafen zurückkehren musste. Nach nur 25 Minuten in der Luft drehte der Airbus A320 um und landete rund eine Stunde nach dem Abflug wieder auf Teneriffa. Die spanische Flugsicherungsbehörde bestätigte, dass der Pilot eine „Gefahr für die Sicherheit des Fluges“ gemeldet habe.
Polizei vernimmt acht Reisende
Die spanische Guardia Civil gab an, dass insgesamt acht Personen an der Auseinandersetzung beteiligt waren: zwei Erwachsene und sechs Minderjährige, allesamt britische Staatsbürger. Ein Sprecher der Guardia Civil erklärte, dass bereits im Flughafenterminal „eine hitzige Diskussion zwischen zwei Familien“ entbrannt sei, die sich im Flugzeug fortgesetzt habe. Von körperlichen Auseinandersetzungen an Bord sei den Ermittlern jedoch nichts bekannt. Die Beamten holten die acht Streithähne aus dem Flugzeug und nahmen ihre Personalien auf. Festnahmen gab es nicht.
Easyjet: Sicherheit hat höchste Priorität
Easyjet bestätigte den Vorfall in britischen Medien und betonte: „Wir nehmen diese Vorfälle sehr ernst und tolerieren kein störendes Verhalten gegenüber unseren Mitarbeitern. Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Kunden und unserer Crew haben für uns stets höchste Priorität.“ Die Crew sei für solche Situationen geschult. Nach einer Stunde am Boden startete der Flug U2 3352 erneut in Richtung Liverpool, wo die Maschine mit knapp zwei Stunden Verspätung ankam. Ob die acht Störenfriede diesen Flug antreten durften, ist nicht bekannt.
Hintergrund: Zunehmende Konflikte an Bord
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen an Bord von Flugzeugen ein, die in den letzten Jahren zugenommen haben. Laut der International Air Transport Association (IATA) wurden 2023 weltweit über 20.000 Vorfälle von störendem Verhalten an Bord gemeldet, ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zu 2022. Die meisten Fälle betrafen verbale Auseinandersetzungen, aber auch körperliche Übergriffe kommen vor. Fluggesellschaften reagieren mit strengeren Regeln und Schulungen für das Personal.



