Schwester Birgit, mit bürgerlichem Namen Birgit Strauß, ist die letzte noch berufstätige Diakonisse am Oberlinhaus Potsdam. Am 8. Juli wird die 81-Jährige nach über 60 Jahren Berufstätigkeit in den Ruhestand verabschiedet. Doch ganz zur Ruhe setzen wird sie sich nicht: Sie möchte dem Oberlinhaus ehrenamtlich verbunden bleiben.
Ein Leben im Dienst der Schwesternschaft
Diakonissen sind selten geworden. Die Frauen mit den markanten Stoff-Hauben, die ihr Leben ehelos innerhalb einer evangelischen Schwesternschaft verbringen, sind in Potsdam kaum noch zu sehen. Schwester Birgit ist eine der letzten, die diesen Weg gegangen ist. Ihr Leben war geprägt von Hingabe und Dienst an den Menschen.
Seit über 60 Jahren arbeitet sie im Oberlinhaus, einer diakonischen Einrichtung in Potsdam. Ihre Aufgaben umfassten unter anderem die Pflege und Betreuung von Menschen mit Behinderungen. „Ich habe meine Arbeit immer geliebt“, sagte sie in einem Interview. „Es war nie nur ein Job, sondern eine Berufung.“
Abschied und neuer Anfang
Der Abschied von der aktiven Berufstätigkeit fällt ihr nicht leicht, aber sie freut sich auf die neue Freiheit. „Ich werde weiterhin ehrenamtlich hier sein, um zu helfen, wo ich kann“, so Schwester Birgit. Das Oberlinhaus plant, sie mit einer kleinen Feier zu verabschieden.
Die Einrichtung würdigt ihr langjähriges Engagement: „Schwester Birgit ist ein Vorbild an Treue und Hingabe. Sie hat Generationen von Mitarbeitenden und Bewohnenden geprägt“, sagte ein Sprecher des Oberlinhauses.
Seltenheit des Diakonissenberufs
Die Zahl der Diakonissen in Deutschland ist stark rückläufig. Waren es Mitte des 20. Jahrhunderts noch Tausende, gibt es heute nur noch wenige hundert. Der Beruf erfordert ein Leben in Keuschheit, Gehorsam und Armut, was für moderne Frauen oft nicht mehr attraktiv ist. Schwester Birgit ist eine der letzten, die diesen Weg bis ins hohe Alter gegangen ist.
Ihr Ruhestand markiert das Ende einer Ära im Oberlinhaus. Dennoch bleibt ihr Geist erhalten: „Ich werde weiterhin für die Menschen da sein, solange ich kann“, betont sie.



