Nato-Gipfel in Ankara: Trump kommt schlecht gelaunt – Europäer unter Druck
Nato-Gipfel: Trump schlecht gelaunt – Europäer unter Druck

Europäer versuchen, Trump mit Zugeständnissen zu überzeugen

Beim Nato-Gipfel in Ankara wollen Friedrich Merz und die Europäer US-Präsident Donald Trump beeindrucken. Sie legen ihm dar, welche Maßnahmen sie ergreifen, um ihre Streitkräfte zu stärken, versichern ihre langfristige Unterstützung für die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland und betonen die Absicht, enger in der Verteidigungsindustrie zusammenzuarbeiten.

Trumps schlechte Laune überschattet den Gipfel

Doch die Stimmung der Amerikaner ist von Anfang an gereizt. Kaum aus dem Flugzeug gestiegen, attackierte Trump die Europäer. Er zeigte sich beleidigt darüber, dass Grönland, das zu Dänemark gehört, noch nicht in seinem Besitz ist. Zudem kritisierte er namentlich Deutschland, Italien und Frankreich dafür, dass sie seinen Forderungen nach Unterstützung im Irankrieg nicht nachgekommen seien.

SPIEGEL-Redakteurin Marina Kormbaki ordnet die Lage ein: „Die Amerikaner kamen mit offensichtlich schlechter Laune hier an.“ Sie betont, dass Trump bereits kurz nach der Ankunft über die Europäer herzog und seine Unzufriedenheit deutlich machte.

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Rückblick: Schmeicheleien halfen im Vorjahr

Beim Nato-Gipfel in Den Haag vor einem Jahr gelang es Generalsekretär Mark Rutte noch, Trump mit Schmeicheleien „weit jenseits der Schmerzgrenze“ bei Laune zu halten – Stichwort „Daddy“. Kormbaki vermutet, dass Rutte sich dieses Mal noch mehr einfallen lassen muss, um die Stimmung zu verbessern.

Die Europäer setzen auf konkrete Zusagen: Sie wollen ihre Verteidigungsausgaben erhöhen, die Ukraine weiterhin militärisch unterstützen und gemeinsame Rüstungsprojekte vorantreiben. Ob diese Maßnahmen Trump beeindrucken, bleibt fraglich.

Hintergrund: Nato-Gipfel in Ankara

Der Gipfel in Ankara findet in einer angespannten geopolitischen Lage statt. Neben den Diskussionen um Grönland und den Irankrieg stehen auch neue Rüstungsdeals auf der Agenda. So haben Nato-Staaten einen Milliarden-Deal für Aufklärungsflugzeuge angekündigt, an dem Deutschland beteiligt ist.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs hoffen, dass Trump trotz seiner anfänglichen Laune zu konstruktiven Gesprächen bereit ist. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Strategie der Europäer aufgeht oder ob die Differenzen weiter eskalieren.

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