In den USA haben mehrere Social-Media-Unternehmen einer millionenschweren Zahlung an einen Schulbezirk zugestimmt, um eine Klage wegen der Gefährdung der psychischen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern beizulegen. Laut Gerichtsunterlagen, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, einigten sich die Unternehmen auf einen Vergleich in Höhe von rund 27 Millionen Dollar (etwa 23 Millionen Euro).
Details des Vergleichs
Die Vergleichssumme setzt sich wie folgt zusammen: Neun Millionen Dollar stammen von der Facebook-Muttergesellschaft Meta, jeweils acht Millionen Dollar von den Konzernen Snap und Bytedance, die die Dienste Snapchat beziehungsweise TikTok betreiben, sowie rund zwei Millionen Dollar von Google, das unter anderem YouTube betreibt. Zusätzlich stellt Google Softwarelizenzen im Wert von 900.000 Dollar zur Verfügung. Der Vergleich beinhaltet kein Schuldeingeständnis der Unternehmen.
Hintergrund der Klage
Die Klage wurde vom Schulbezirk Breathitt County im Bundesstaat Kentucky eingereicht und als Musterfall für mehr als 1200 ähnliche Klagen von Schulbezirken im ganzen Land ausgewählt. Der Bezirk hatte ursprünglich mehr als 60 Millionen Dollar gefordert, um ein 15-jähriges Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit zu finanzieren. Mit dem Geld sollten die Kosten für die Bewältigung der negativen Auswirkungen der Social-Media-Nutzung auf die Schülerinnen und Schüler gedeckt werden, darunter Schlafprobleme, seelische Belastungen und Konflikte.
Auswirkungen auf andere Verfahren
Mit dem jetzt vereinbarten Vergleich dürfte der Druck auf die Unternehmen wachsen, auch die übrigen Verfahren beizulegen. In den USA gab es zuletzt eine Reihe gerichtlicher Entscheidungen gegen Tech-Konzerne. Im März hatte ein Gericht in Los Angeles die Plattformen Instagram und YouTube in einem wegweisenden Prozess um Social-Media-Sucht zu Schmerzensgeld in Millionenhöhe verurteilt. Am Montag befanden die Geschworenen in einem Verfahren gegen Meta im Bundesstaat New Mexico den Konzern für schuldig, Minderjährige auf den Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp nicht ausreichend vor Online-Belästigung, sexuellem Missbrauch und Menschenhandel geschützt zu haben.
Weitere Klagen gegen Meta
Mehr als 30 US-Bundesstaaten haben Meta außerdem in einem separaten Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe im Zusammenhang mit Onlinediensten verklagt. Der Prozess könnte im August in Oakland im Bundesstaat Kalifornien beginnen.



