Nach dem tödlichen Angriff auf eine Jugendhilfeeinrichtung in Stade am Montag sind zwei Kinder im Alter von drei und vier Jahren zu Vollwaisen geworden. Ihre 32-jährige Mutter, die für das Jugendamt arbeitete, war eines der sechs Opfer. Nur 20 Tage zuvor hatten die Kinder bereits ihren Vater verloren. Eine Spendenaktion auf der Plattform GoFundMe brachte bis Freitagvormittag mehr als 600.000 Euro ein, an der sich rund 24.000 Menschen beteiligten.
Spendenaufruf würdigt die Mutter
In dem Spendenaufruf wird die Mutter als „außergewöhnliche Frau“ beschrieben: „Eine liebevolle Mutter, eine starke Persönlichkeit und ein Mensch mit einem unglaublich großen Herzen. Sie war selbstlos, warmherzig und immer für andere da.“ Sie habe für das Jugendamt gearbeitet und sei bei ihrem Einsatz für Familien und Kinder getötet worden. Die Spenden sollen den Kindern einen möglichst sicheren Start in die Zukunft ermöglichen, unter anderem für Versorgung, Betreuung, Bildung, therapeutische Unterstützung und Beerdigungskosten.
GoFundMe sichert korrekte Auszahlung
Die Plattform GoFundMe erklärte auf Anfrage: „Unser Team für Vertrauen und Sicherheit ist in Kontakt mit der Organisatorin, um sicherzustellen, dass die betroffene Familie beziehungsweise ein Vormund der Kinder als Spendenbegünstigte hinterlegt wird.“ So werde gewährleistet, dass alle Gelder an die richtigen Personen gehen. „Es werden keine Gelder ausgezahlt, bevor unser Team bestätigt hat, dass die als Spendenbegünstigte hinterlegte Person tatsächlich der betroffenen Familie angehört beziehungsweise ein Vormund oder Pflegeeltern der Kinder sind.“
Hintergrund der Tat
Bei der Gewalttat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade wurden sechs Menschen getötet, alle beruflich in der Jugendhilfe tätig. Ein 45-jähriger Mann soll im Kontext eines Sorgerechtsstreits geschossen haben. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Die Kinder stehen nun vor einer ungewissen Zukunft; der weitere Weg sei noch unklar.



