Neue Studie: Auch Tiere können Höhenangst haben
Tiere können Höhenangst haben – neue Studie

Nicht nur Menschen kennen Höhenangst. Forschende der Universitäten Freiburg und Wien haben Hinweise darauf gefunden, dass auch Tiere auf große Höhen mit Stress reagieren können. In einer Studie untersuchten sie das Verhalten von Mäusen, Fischen und Fliegen mithilfe einer virtuellen Realität, die den Tieren vorgaukelte, sie befänden sich in großer Höhe. Die Tiere zeigten typische Stressreaktionen, was darauf hindeutet, dass sie Höhenangst empfinden könnten.

Was ist Höhenangst?

Medizinisch gesehen ist Höhenangst eine besondere Form der Angststörung, die auftritt, wenn Betroffene aus der Höhe nach unten blicken. Je nach Schweregrad kann schon das Besteigen einer Leiter Schweißausbrüche, Zittern oder Atemnot auslösen. Bei Menschen ist dieses Phänomen gut erforscht, doch bei Tieren war die wissenschaftliche Basis bislang dünn.

Die neuen Erkenntnisse aus Freiburg und Wien, über die PETBOOK berichtete, liefern erste experimentelle Belege. In einem Versuch gaukelten die Forscher den Tieren vor, sie befänden sich in großer Höhe. Die Reaktionen – erhöhte Stresshormonspiegel und Vermeidungsverhalten – ähneln denen von Menschen mit Höhenangst.

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Evolutionäre Erklärung

Aus evolutionsbiologischer Sicht ist Höhenangst bei Tieren durchaus sinnvoll. Mäuse beispielsweise sind Beutetiere und in ungeschützten Höhen besonders anfällig für Greifvögel. Stresshormone könnten ihnen signalisieren, eine gefährliche Situation schnell zu verlassen, was das Überleben sichert. Auch bei Fischen und Fliegen könnte die Angst vor der Tiefe eine Schutzfunktion haben.

In sozialen Netzwerken sorgen immer wieder Videos für Diskussionen – etwa von einem Pinguin, der auf einem Sprungbrett zögert, während seine Artgenossen längst im Wasser sind. Ob dahinter tatsächlich Höhenangst steckt, lässt sich nicht sicher sagen. Schließlich springen Pinguine in freier Wildbahn regelmäßig von Eisschollen ins Meer. Die Forscher betonen, dass nicht jedes Zögern auf Höhenangst zurückzuführen sei.

Haustiere: Nicht jede Angst ist Höhenangst

Auch viele Haustierbesitzer kennen ähnliche Situationen. Manche Hunde weigern sich, Treppen zu steigen oder Brücken zu überqueren. Dahinter steckt jedoch oft keine klassische Höhenangst, sondern eine sogenannte Neophobie – die Angst vor ungewohnten Reizen. Haben Hunde bestimmte Situationen als Welpen nicht kennengelernt, können sie später Unsicherheit entwickeln. Ein Hundetrainer kann helfen, diese Ängste schrittweise abzubauen.

Katzen gelten dagegen meist nicht als höhenängstlich. Sie suchen sogar gerne erhöhte Plätze auf, um ihre Umgebung zu beobachten. Trotzdem kommt es vor, dass sie auf Bäume klettern und den Rückweg nicht mehr schaffen. Meist steckt jedoch eher Unsicherheit oder Erschöpfung dahinter als echte Höhenangst.

Fazit der Forschung

Die Studie liefert wichtige Hinweise darauf, dass Höhenangst im Tierreich weiter verbreitet sein könnte als bisher angenommen. Weitere Untersuchungen sind nötig, um die genauen Mechanismen zu verstehen und zu klären, welche Tierarten tatsächlich unter Höhenangst leiden. Für Haustierbesitzer gilt: Nicht jedes ängstliche Verhalten ist auf Höhenangst zurückzuführen – oft stecken andere Ursachen dahinter.

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