Deutsche Politik empört über Trumps angebliche Fifa-Einflussnahme
Empörung über Trumps angebliche Fifa-Einflussnahme

Die mutmaßliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump (80) auf die Fifa sorgt auch in der deutschen Politik für Empörung. Trump soll mit einem Anruf bei Fifa-Chef Gianni Infantino (56) dafür gesorgt haben, dass Folarin Balogun (25) gegen Belgien spielen darf. Auf die Frage von BILD sind sich die Befragten parteiübergreifend einig: Sollte sich eine politische Einflussnahme bestätigen, wäre das ein schwerer Schaden für die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des Sports.

Politiker fordern klare Trennung von Sport und Politik

Christiane Schenderlein (44, CDU), Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, betont die klare Rollenverteilung: „Schiedsrichterentscheidungen liegen in der Hand des Sports. Die Rolle der Politik ist nicht auf dem Spielfeld.“ NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) wird noch deutlicher: „Sport ist keine Außenstelle der Politik, und wer meint, da reinquatschen zu müssen, macht den Sport kaputt.“ Wer Schiedsrichter-Entscheidungen aus der politischen Ecke kommentiere, verfalle dem „Größenwahn“. Sein Appell: „Der Schiri pfeift, die Spieler spielen und die Politik hat auf der Tribüne zu bleiben.“

Einflussnahme wäre ein handfester Skandal

Auch die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Bettina Lugk (44), warnt: „Wer die Regeln des Sports dem politischen Kalkül unterordnet, beschädigt das Vertrauen von Millionen Fußballfans weltweit!“ Ähnlich bewertet Tina Winklmann (46) von den Grünen den Fall. Für sie wäre eine mögliche Einflussnahme ein „handfester Skandal“. Die Fifa dürfe sich nicht dem Druck aus dem Weißen Haus beugen. Ihr Kollege von der Linksfraktion, Christian Görke (64), spricht von einer „politischen Entscheidung der Fifa-Chefetage“ und fordert eine „deutliche Positionierung des DFB wegen der mutmaßlichen Trump-Einflussnahme“.

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Scharfe Kritik aus Union und BSW

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das für Stephan Mayer (52, CSU) „ein gefährlicher Präzedenzfall“. Der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion warnt, die Fifa könne damit die Unabhängigkeit des Sports „nachhaltig“ beschädigen. Noch schärfer formuliert es Sepp Müller (37, CDU), stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion: „Trump verliert hier jedes Maß.“ Dass Fifa-Präsident Infantino „dieses unwürdige Spiel mitmacht“, sei „Verrat am Fußball“. Sein Fazit: „Er verdient die Rote Karte.“ Auch BSW-Chef Fabio de Masi (46) spart nicht mit Kritik: „Die Fifa kuscht vor Trump genauso wie der deutsche Bundeskanzler.“ Sollte der Weltverband tatsächlich auf Druck aus dem Weißen Haus gehandelt haben, müsse „die Fifa-Spitze den Hut nehmen“.

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