Ein Fund hat die Bewohner der Berliner Thermometersiedlung tief erschüttert: Am Mittwochmorgen entdeckte ein Anwohner an der Réaumurstraße den leblosen Körper eines Neugeborenen. Die Polizei bestätigte den Fund, die genauen Umstände sind noch unklar.
„Arm, aber mit großem Herz“
Gülcan Steckeler, eine Anwohnerin, charakterisiert die Siedlung als „arm, aber mit großem Herz“. Sie betont, dass die Menschen hier füreinander da seien: „Man bekommt hier mit, wenn es jemandem schlecht geht.“ Der Fund habe die Gemeinschaft zutiefst getroffen.
Die Thermometersiedlung ist eine Wohnsiedlung im Berliner Bezirk Reinickendorf, die für ihre soziale Durchmischung bekannt ist. Viele Bewohner leben in bescheidenen Verhältnissen, doch die Nachbarschaftshilfe ist groß.
Ermittlungen laufen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Obduktion soll Klarheit über die Todesursache des Säuglings bringen. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Identität der Mutter. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.
Der Fundort an der Réaumurstraße wurde weiträumig abgesperrt. Spurensicherung und Rechtsmediziner waren im Einsatz. Die Ermittler gehen von einem ungewöhnlichen Todesfall aus.
Reaktionen aus der Nachbarschaft
Viele Anwohner zeigten sich betroffen. „So etwas hat es hier noch nie gegeben“, sagt ein Nachbar. „Wir sind eine ruhige Siedlung, in der sich alle kennen. Der Tod eines Babys macht uns alle fassungslos.“
Die Polizei hat eine Hotline für Hinweise eingerichtet. Es wird geprüft, ob die Mutter medizinische Hilfe benötigt. In solchen Fällen bieten die Behörden oft psychologische Unterstützung an.
Der Fall erinnert an ähnliche Vorfälle in Berlin, bei denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet wurden. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob ein Tötungsdelikt vorliegt.



