US-Touristen in Hessen zeigen sich großzügig
In Hessens Gaststätten sorgt eine besondere Gästegruppe für strahlende Gesichter beim Servicepersonal: US-amerikanische Touristen. Emilia Bieber, Betreiberin der beiden „Art Cafés“ in Assmannshausen und Rüdesheim im Rheingau, berichtet von deutlich höheren Trinkgeldern im Vergleich zu deutschen Gästen. „Die Amerikaner geben meist 20 Prozent Trinkgeld bei meinem Kartenlesegerät. Bei den Deutschen sind es oft 10 Prozent“, erklärt Bieber. Diese Beobachtung deckt sich mit allgemeinen Trends: In den USA sind Trinkgelder traditionell höher, um die oft niedrigen Grundgehälter in der Gastronomie auszugleichen.
Hintergrund: Trinkgeldkultur in den USA
Der Bundesverband deutscher Banken hat bereits darauf hingewiesen, dass in den USA und Kanada tendenziell höhere Trinkgelder gezahlt werden – sofern keine Servicegebühr bereits in der Rechnung enthalten ist. Eine Kellnerin im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn verdeutlichte die Abhängigkeit von Trinkgeldern: „Ich könnte den Job nicht machen, wenn ich nur den Stundenlohn bekäme.“ Dieses System hat jedoch auch Schattenseiten: Studien belegen, dass weibliche Bedienungen im Durchschnitt mehr Trinkgeld erhalten als männliche und dass als attraktiv wahrgenommene Personen bevorzugt werden.
Auswirkungen auf die hessische Gastronomie
Für hessische Gastronomen wie Emilia Bieber bedeuten die großzügigen US-Gäste eine willkommene Einnahmequelle. Allerdings sind nicht alle Touristen aus Nordamerika automatisch spendabel: Manche sind es gewohnt, dass Servicegebühren bereits auf der Rechnung ausgewiesen sind, und passen ihr Trinkgeld entsprechend an. Die Trinkgeldpraxis in Deutschland unterscheidet sich grundlegend von der in den USA: Hierzulande ist das Trinkgeld eine freiwillige Anerkennung für guten Service, während es in den USA oft als notwendiger Lohnbestandteil gilt. Die Unterschiede führen mitunter zu Verwirrung bei internationalen Gästen, die entweder zu viel oder zu wenig Trinkgeld geben.



