Die Täter kommen nachts. In Brandenburg verschwinden innerhalb weniger Wochen Hunderte Rinder von Weiden. Der Schaden ist hoch, und die Ermittler stehen vor einem Rätsel: Wie konnten die Diebe die Tiere so schnell und unauffällig abtransportieren? Laut Polizei gibt es nur zwei plausible Szenarien.
Organisierte Bande oder Einzeltäter?
Die Kriminalpolizei geht von organisierter Kriminalität aus. „Es ist unwahrscheinlich, dass Einzeltäter innerhalb kurzer Zeit fast 240 Rinder stehlen und absetzen können“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes Brandenburg. Die Diebstähle ereigneten sich auf mehreren Weiden im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Die Tiere, überwiegend Mutterkühe und Kälber, wurden nachts unter Einsatz von Hunden zusammengetrieben und auf Viehanhänger verladen.
Zwei Theorien der Ermittler
Die Fahnder konzentrieren sich auf zwei Möglichkeiten: Entweder wurden die Rinder direkt geschlachtet und das Fleisch in den Handel gebracht, oder sie wurden ins Ausland verkauft. „Ein Schlachthof in der Region hätte eine so große Menge an unerwarteten Tieren wahrscheinlich gemeldet“, so der Sprecher. Daher sei ein Transport ins benachbarte Polen oder Tschechien wahrscheinlicher. Dort würden die Tiere möglicherweise ohne Papiere geschlachtet.
Schwierige Fahndung
Die Fahndung gestaltet sich schwierig, da die Rinder keine Ohrmarken oder Transponder trugen. „Ohne Kennzeichnung sind die Tiere praktisch nicht mehr identifizierbar“, erklärte der Sprecher. Die Polizei bittet Landwirte um erhöhte Wachsamkeit und prüft Verbindungen zu ähnlichen Fällen in anderen Bundesländern. Der Gesamtschaden beläuft sich auf schätzungsweise 300.000 Euro.



