Vom (Miss)Erfolg einer 28-Tage-Challenge – das Handelsblatt-Wochenende
Vom (Miss)Erfolg einer 28-Tage-Challenge – Wochenende

Derzeit wundere ich mich regelmäßig über eine ziemlich nervige Werbeschleife, die mich immer wieder in ihre Fänge zu locken versucht. Auf diversen Social-Media-Kanälen werde ich laufend animiert, Fitnessprogramme zu absolvieren. Besonders beliebt: Chair-Pilates. Dabei gehen die Anbieter offenbar davon aus, dass ich nur noch sitzend in der Lage bin, Bewegungen auszuführen. Bein nach links, Bein nach rechts. Arme hoch, über den Kopf. Den Po immer schön in den Stuhl gedrückt.

Als ich mich letztens im Büro darüber unterhielt, wurde ich mit einer Variante konfrontiert: Chair-Thai-Chi hieß das, was da angeboten wurde. Die Übungen gingen so: Bein nach links, Bein nach rechts. Arme hoch, über den Kopf. Den Po immer schön in den Stuhl gedrückt.

Die Programme sollen ein Zuviel an Gewicht – ganz gleich, ob vom Essen oder Trinken – binnen weniger Wochen verschwinden lassen. Und nicht nur das. Das Fett schwindet nicht nur, nein, es wird auch prompt durch knackige Muskeln ersetzt.

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Zum Beweis treten in den Werbevideos Protagonisten auf, die glaubhaft machen wollen, dass allein die 28-Tage-Challenge sie von Couch-Potatoes in Menschen verwandelt hat, die so aussehen, als hätten sie die zurückliegenden Jahrzehnte ausschließlich in Fitnessstudios verbracht.

Doch wenn Lebensmittelschwangerschaft oder Bierbauch tatsächlich mit der 28-Tage-Challenge verschwinden – wie glorreich wäre es, wenn sich ein solches Fitnessprogramm auf Unternehmen übertragen ließe! Zahlreiche Firmen ringen doch derzeit auch mit einem Zuviel – an Kosten, Personal oder auch Kapazitäten. Und könnte ein Fitnessprogramm, das einen Bierbauch dahinschmelzen lässt, nicht auch einen Wasserkopf in Verwaltungen verschwinden lassen?

Wirtschaft und Politik bedienen sich doch längst der Sprache der Gesundheitsgurus. So will Porsche-Chef Michael Leiters etwa die „Führungsstruktur verschlanken“. Und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagt mit Blick auf die gesamte Republik: „Eine dauerhafte Rückkehr in die Spitzengruppe erfordert ein umfassendes Fitnessprogramm“. O. k., sie meinte damit eine Agenda 2030 – da wird die 28-Tage-Challenge wohl nicht genügen.

Ich bin gespannt, wann erste Anbieter Unternehmenspilates und Firmen-Thai-Chi in ihr Portfolio aufnehmen. Bis dahin müssen die Vorstände sich wohl etwas anderes einfallen lassen als Bein nach links, Bein nach rechts, Arme hoch, über den Kopf.

Ihnen wünsche ich – 28-Tage-Challenge hin oder her – ein Wochenende, an dem Sie möglichst wenig Zeit im Sitzen verbringen.

Was Deutschland gegen den KI-Abstieg tun muss

Kein anderes europäisches Land hat so viel industrielle Substanz zu verlieren wie Deutschland, gleichzeitig hat aber auch kein anderes Land größere institutionelle und wirtschaftliche Hebel, um Europas Niedergang zu verhindern. Was KI damit zu tun hat, schreibt die Investorin Judith Dada gemeinsam mit sieben europäischen Co-Autoren in dem Papier „Europe 2031“. Für das Handelsblatt hat sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Die Stimme, die dem Morgen Ordnung verleiht

Rund 100.000 Menschen hören den erfolgreichsten Podcast des Handelsblatts, das Morning Briefing. Peter Hofmann liest, was Sven Prange zuvor geschrieben hat. Von Montag bis Freitag ordnet er morgens stimmlich in neun Minuten das Weltgeschehen. Wer ist der Mann hinter der Morning-Briefing-Stimme? Erik Acker erzählt, wie Hofmann seinen eigenen Ton in die Texte eines anderen bringt.

Ein Sieger des ersten deutschen Vorrundenspiels steht fest

Sind Sie schon im WM-Fieber? Spätestens am Sonntag, mit dem ersten Spiel der Deutschen, steigt die Temperaturkurve vielleicht. Wie wäre es zur Abkühlung dann mit einem Blue Curaçao? Das denken sich anscheinend zumindest einige Deutsche. Und verhelfen dem fast vergessenen Getränk zu einer kleinen Renaissance. Thorsten Firlus hat sich diesem Phänomen süffisant angenähert.

„Das ist keine IT-Panne – das ist Chefsache“

Ransomware, also Erpressersoftware, gilt längst als eines der größten Geschäftsrisiken – für Konzerne wie für den Mittelstand. Wie können Unternehmen sich gegen die Erpresser wehren? Wie können sie in dieser Lage wieder die Kontrolle gewinnen? Und welche Fehler sind in den ersten Stunden besonders teuer? Darüber hat Christian Wermke mit zwei Experten gesprochen.

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Millionen-Oldtimer trotzen dem Elektro-Zeitalter

Die Mille Miglia gilt als das wichtigste Oldtimer-Rennen weltweit. Sie ist ein rollendes Museum aus Millionenwerten. Viele Deutsche fahren mit. Was zieht sie zu dem Rennen? Ist es nur Verbrenner-Nostalgie oder auch ein Protest gegen das Elektro-Zeitalter? Auf diese Fragen hat Virginia Kirst in Brescia Antworten gefunden.

Warum Hunderttausende dieser Politikjournalistin vertrauen

Im Jahr 2020, während ihres Politikstudiums, begann Nina Poppel auf Instagram und Tiktok, das Geschehen in Deutschland und der Welt in einfachen Worten einzuordnen. Heute folgen ihr und ihrem Account „Nini erklärt Politik“ etwa eine halbe Million Menschen. Einer davon ist, für dieses Porträt, Sebastian Dalkowski, der die 31-Jährige in Stuttgart getroffen hat.

Hochqualifiziert, erfolgreich, arbeitssuchend

In der aktuellen Wirtschaftsflaute stellen viele Unternehmen nicht nur weniger ein, sondern sie bauen auch Stellen ab. Mittlerweile trifft es auch verstärkt Akademiker, Führungskräfte oder Manager. Das Handelsblatt hatte einen Aufruf auf der Jobplattform LinkedIn gestartet, auf den sich mehr als 100 Betroffene gemeldet haben. Vier von ihnen haben Franziska Telser erzählt, was die lange Jobsuche mit ihnen macht.

Viel Technik, viel Reichweite, viel Komfort

In diesem Autotest geht es darum, einen Beweis anzutreten: Trotz aller Konkurrenz von BYD bis Tesla können die Deutschen auch bei der Elektromobilität in der Spitze mitspielen. Auch wenn das Auto, um das es hier geht, streng genommen nicht in Deutschland, sondern im ungarischen Debrecen vom Band läuft. Lukas Bay hat den BMW iX3 Probe gefahren.

Was tun, wenn (sportliche) Träume platzen?

Am ersten Juniwochenende erlebten beim Ironman Hamburg zahlreiche Athleten einen Albtraum: Ihr Rennen wurde durch mutwillige Sabotage beendet. Eine unbekannte Person hatte auf der Strecke Metallsplitter ausgestreut. Auch wenn unserem Kolumnisten Thorsten Firlus ein solches Schicksal bislang erspart blieb, kennt auch er Situationen, die die mentale Verfassung eines Sportlers auf eine harte Probe stellen.

Wenn Reichtum wächst, wächst auch die Wut

Wo bereits Vermögen ist, vermehrt es sich. Doch das gilt nur für wenige Menschen. Die Wirtschaft stagniert, die Reallöhne sind auf dem Niveau von 2019. Wenn die Familienunternehmer-Lobby dann zu jeder Gelegenheit Privilegien verteidige, statt Chancen für alle zu schaffen, schreibt unser Kolumnist Felix Oldenburg, handele sie gegen die Interessen ihrer Mitglieder – und schade damit auch der Demokratie.

Warum eigentlich erobern Investoren aus Amerika Europas Fußball?

US-Investoren stecken gerade Rekordsummen in europäische Klubs. Die Amerikaner haben die fünf großen Ligen aus England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien für sich entdeckt. Insgesamt haben 37 Klubs in den großen fünf europäischen Topligen mittlerweile US-Kapitalbeteiligungen. Warum sind die Klubs für die Amerikaner attraktiv? Das erklärt Nell Rubröder im Video der Woche.