Jahr für Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen beim Baden – die allermeisten sind Männer. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärt, warum gerade sie so gefährdet sind und welche fatalen Fehlentscheidungen aus einem Sommertag ein tödliches Risiko machen.
Übermut und Risikobereitschaft als Hauptfaktoren
Laut DLRG-Präsidentin Ute Vogt spielen Übermut und eine höhere Risikobereitschaft bei Männern eine entscheidende Rolle. „Viele Männer überschätzen ihre Schwimmfähigkeiten und gehen leichtsinnig mit Gefahren um“, sagte sie. Hinzu komme, dass Männer häufiger allein baden und sich weniger an Baderegeln hielten.
Statistiken der DLRG zeigen, dass in den letzten Jahren rund 80 Prozent der Ertrunkenen männlich waren. Im Jahr 2025 starben insgesamt 378 Menschen in deutschen Gewässern, davon 302 Männer. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen.
Alkohol und kaltes Wasser als unterschätzte Gefahren
Ein weiterer Faktor ist Alkohol. „Alkohol beeinträchtigt die Koordination und das Urteilsvermögen erheblich“, betont Vogt. Viele Badeunfälle geschehen nach dem Genuss von Alkohol, wenn Schwimmer ihre Kräfte falsch einschätzen oder in gefährliche Situationen geraten.
Auch die Wassertemperatur spielt eine Rolle. Kalte Tiefen in Seen oder Flüssen können zu Kälteschock oder Muskelkrämpfen führen. Männer neigen laut DLRG eher dazu, auch bei niedrigen Temperaturen ins Wasser zu springen.
Strömungen und tückische Gewässer
Strömungen wie in Flüssen oder an Küsten werden häufig unterschätzt. „Männer versuchen oft, gegen die Strömung anzuschwimmen, anstatt sich treiben zu lassen“, erklärt Vogt. Das führe zu Erschöpfung und im schlimmsten Fall zum Ertrinken.
Die DLRG rät, vor dem Baden die örtlichen Gegebenheiten zu prüfen, auf Warnschilder zu achten und nie allein zu schwimmen. Besonders wichtig: Nicht übermütig werden und die eigenen Grenzen kennen.
Einfache Regeln für mehr Sicherheit
Die DLRG empfiehlt grundlegende Baderegeln: Nie mit vollem oder leerem Magen schwimmen, langsam an kaltes Wasser gewöhnen, und vor allem: Kinder nie unbeaufsichtigt lassen. „Jeder kann durch einfache Vorsichtsmaßnahmen Leben retten“, so Vogt.
Trotz der alarmierenden Zahlen gibt es auch positive Entwicklungen: Die Zahl der Badeunfälle ist in den letzten Jahren leicht rückläufig, was die DLRG auf verstärkte Aufklärungsarbeit zurückführt. Dennoch bleibe das Thema „Männer und Ertrinken“ ein zentrales Problem, das weiterhin Aufmerksamkeit erfordere.



