Wildbader ignorieren Zaun am Plötzensee: Bußgeld schreckt nicht ab
Wildbader ignorieren Zaun am Plötzensee trotz Bußgeld

Wildbader überwinden weiterhin die Absperrung

Am Plötzensee in Berlin-Wedding ignorieren Wildbader weiterhin die Zäune, die das Betreten der Uferzonen verhindern sollen. Trotz der Gefahr eines Bußgeldes klettern Badegäste regelmäßig über die Absperrungen und lassen sich an den geschützten Ufern nieder. Die Reporterin Julia Lehmann berichtet, dass die Maßnahme offenbar nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

Warum die Zäune nicht abschrecken

Ein Sprecher des Bezirksamts Mitte erklärte gegenüber der Berliner Zeitung: „Der Zaun allein hält Wildbader nicht ab. Viele nehmen das Bußgeld in Kauf, um an ihre Lieblingsplätze zu gelangen.“ Das Bezirksamt verhängt pro Verstoß ein Bußgeld von bis zu 500 Euro, doch die Dunkelziffer der unbemerkten Badegäste ist hoch. Laut einer internen Zählung aus dem Jahr 2025 wurden in der Badesaison über 200 Verstöße registriert – ein Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Umweltschutz versus Badespaß

Die geschützten Ufer sind Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Das Betreten zerstört die Vegetation und stört die Tierwelt. „Der Schaden ist enorm“, betont eine Biologin des Umweltamtes. „Jeder Tritt zerstört die empfindliche Ufervegetation, die sich nur langsam erholt.“ Trotz Aufklärungsarbeit und regelmäßiger Kontrollen scheint der Reiz des illegalen Badens für viele ungebrochen.

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Kontrollen und Strafen

Das Bezirksamt setzt auf verstärkte Streifen durch den Ordnungsdienst, besonders an heißen Tagen. Die Beamten können die Personalien der Wildbader aufnehmen und Bußgelder verhängen. Dennoch bleibt die Durchsetzung schwierig, da viele Badegäste bei Annäherung der Kontrolleure flüchten. „Wir brauchen mehr Personal, um die Einhaltung zu gewährleisten“, so ein Ordnungsamtsmitarbeiter.

Alternative Badeplätze in der Nähe

Das Bezirksamt verweist auf die offiziellen Badestellen am Plötzensee, die kostenlos zugänglich sind. Diese sind jedoch oft überfüllt, was den Drang zu den ruhigeren, aber geschützten Ufern verstärkt. Eine dauerhafte Lösung könnte nach Ansicht von Experten nur durch eine Kombination aus besserer Aufklärung, härteren Strafen und attraktiveren Alternativen erreicht werden.

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