Die 84-jährige Elfriede lebt seit Januar im AWO-Seniorenheim Königsbrunn. Bei Pflegegrad 3 fallen monatlich rund 5300 Euro an, von denen die Pflegekasse 1319 Euro übernimmt. Ihr Sohn Karl Weissensteiner zahlt daher einen Eigenanteil von etwa 3400 Euro pro Monat.
„Das sind zunächst mal stattliche Beträge. Wenn man sich mit Pflege nie beschäftigt hat und dann plötzlich mal sieht, was das kostet“, sagt Weissensteiner. Er betont, dass die Familie die Kosten derzeit aus Rücklagen finanziert, doch diese seien irgendwann aufgebraucht.
Viele Heimbewohner geraten finanziell in Not. Erika Gröning lebt seit fünf Jahren im Seniorenheim: „Es fängt jetzt an, ein Problem zu werden. Meine Tochter macht die finanziellen Sachen. Die hat schon einen Antrag für Beihilfe gestellt.“ Ohne ausreichende Mittel sind Betroffene auf Sozialhilfe angewiesen, wobei Senioren ein Schonvermögen von maximal 10.000 Euro behalten dürfen.
Alfred Kindshofer, Geschäftsführer der Barmer Bayern, weist auf eine gesetzliche Staffelung hin: Im ersten Jahr übernimmt die Pflegekasse 15 Prozent vom Eigenanteil, im zweiten 30 Prozent, im dritten 50 Prozent und im vierten Jahr 75 Prozent. Dennoch sei das Vermögen meist früher erschöpft.
Daniela Nagengast-Baumann, Leiterin des Seniorenheims Königsbrunn, schätzt, dass etwa ein Drittel der Bewohner innerhalb eines Jahres auf Unterstützung vom Sozialamt angewiesen sind. Kinder müssen nur zahlen, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 Euro liegt. Karl Weissensteiner betont dennoch, dass sich seine Mutter im Heim wohlfühlt.



