Eine neue Studie gibt Hoffnung auf eine schnellere Diagnose von Endometriose. Forscher fanden heraus, dass bestimmte Hormonprofile im Blut die Erkrankung mit hoher Genauigkeit von gesunden Frauen unterscheiden können. Derzeit warten Betroffene im Durchschnitt Jahre auf eine Diagnose.
Hormonprofil erkennt Endometriose bei über 95 Prozent der Frauen
Die Studie analysierte Blutproben von 216 Frauen vor den Wechseljahren. Bei 159 Teilnehmerinnen war Endometriose durch eine Bauchspiegelung bestätigt, 57 Frauen ohne die Erkrankung dienten als Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigten, dass nicht nur Östrogene, sondern auch Androgene (männliche Hormone) eine Rolle spielen könnten. Besonders auffällig war das Hormon 11-Ketotestosteron: Es war bei Frauen mit Endometriose erhöht – unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Auch die Spiegel von DHEA, Androstendion und Testosteron waren erhöht. Bei kombinierter Auswertung mehrerer Hormonwerte erkannten die Forscher mehr als 95 Prozent der betroffenen Frauen richtig.
Abgrenzung von PCOS und Funktion unter der Pille
Ein besonderer Vorteil des Tests: Er kann Endometriose klar vom polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) abgrenzen, der häufigsten Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Zudem funktioniert der Test offenbar auch unter Einnahme der Antibabypille, was die praktische Anwendung erleichtern würde.
Bluttest noch nicht einsatzbereit
Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Sie verursacht oft starke Schmerzen, Entzündungen und Fruchtbarkeitsprobleme. Trotz der vielversprechenden Ergebnisse ist ein Bluttest noch nicht einsatzbereit. Die Studie zeigt lediglich einen Zusammenhang zwischen Endometriose und veränderten Hormonwerten. Ob diese Veränderungen zur Entstehung der Erkrankung beitragen oder eine Folge sind, bleibt unklar. Zudem nahmen überwiegend Frauen aus Europa teil. Bevor die Hormonmarker in der Praxis eingesetzt werden können, müssen die Ergebnisse in größeren und unabhängigen Studien bestätigt werden.



