Charité-Studie: Hormon DHEA als Booster bei Depressionen
Charité-Studie: DHEA als Booster bei Depressionen

Hoffnung für Patienten mit behandlungsresistenter Depression: Die Charité in Berlin startet eine Studie, die eine Zusatzbehandlung mit dem körpereigenen Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) prüft. Ziel ist es, einen „Booster“-Effekt zu erzielen, wenn herkömmliche Antidepressiva nicht ausreichend wirken.

Was ist DHEA?

DHEA ist ein Hormon, das natürlicherweise im Körper produziert wird und mit zunehmendem Alter abnimmt. Es wird mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht, darunter eine verbesserte Stimmung und kognitive Funktion. Die Studie der Charité untersucht nun, ob die Gabe von DHEA die Wirkung von Antidepressiva verstärken kann.

Studiendesign und Teilnehmer

Die randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie wird von Prof. Christian Otte, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin der Charité in Steglitz, geleitet. Teilnehmen können Erwachsene mit einer diagnostizierten Depression, bei denen mindestens zwei verschiedene Antidepressiva nicht ausreichend gewirkt haben. Die Probanden erhalten zusätzlich zu ihrer bestehenden Medikation entweder DHEA oder ein Placebo über einen Zeitraum von sechs Wochen.

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Erwartete Ergebnisse und Bedeutung

„Wir erhoffen uns, dass DHEA die Ansprechrate auf die Behandlung erhöht und insbesondere bei Patienten mit Therapieresistenz eine neue Option bietet“, so Prof. Otte. Sollte sich die Wirksamkeit bestätigen, könnte DHEA eine kostengünstige und gut verträgliche Ergänzung zur Standardtherapie werden. Die Ergebnisse werden in etwa einem Jahr erwartet. Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Hintergrund: Behandlungsresistente Depression

Etwa ein Drittel aller Patienten mit Depressionen spricht nicht ausreichend auf die Erstlinientherapie mit Antidepressiva an. Für diese Gruppe gibt es bisher nur begrenzte Behandlungsoptionen, wie die Elektrokrampftherapie oder die transkranielle Magnetstimulation. Die DHEA-Studie der Charité könnte einen neuen, medikamentösen Ansatz bieten, der leicht in die Praxis integrierbar ist.

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