Eichenprozessionsspinner in Berlin-Mitte: Befall von erheblichem Anteil aller Eichen erwartet
Berlin-Mitte. Die gefürchteten Eichenprozessionsspinner breiten sich in diesem Jahr auch im Bezirk Mitte aus. Bezirksreporterin Iris May berichtet, dass andere Bezirke zwar stärker betroffen sind, doch auch in Mitte müssen Anwohner mit einem erheblichen Befall rechnen. Die haarigen Raupen, deren Brennhaare starke allergische Reaktionen auslösen können, sind bereits an zahlreichen Eichen gesichtet worden. Experten erwarten, dass ein erheblicher Anteil aller Eichen im Bezirk befallen sein wird.
Was ist der Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen in den Monaten Mai bis Juli unterwegs sind. Sie leben in großen Gruppen und bilden auffällige Gespinstnester an Eichenstämmen und Ästen. Die Raupen tragen tausende winziger Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Bei Kontakt können diese Haare schmerzhafte Hautausschläge, Juckreiz, Atembeschwerden und in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen auslösen. Die Haare bleiben lange in der Umwelt aktiv und können auch durch den Wind verbreitet werden.
Welche Maßnahmen ergreift der Bezirk?
Das Bezirksamt Mitte hat bereits mit der Bekämpfung begonnen. Baumpfleger sind im Einsatz, um die Nester mit speziellen Sauggeräten zu entfernen oder zu verbrennen. In besonders betroffenen Bereichen werden Warnschilder aufgestellt. Die Beseitigung der Nester ist aufwändig und teuer, da die Arbeiter Schutzkleidung tragen müssen. Der Bezirk appelliert an die Bevölkerung, gemeldete Nester nicht selbst zu entfernen, sondern die zuständigen Stellen zu informieren.
Wie schützen sich Anwohner?
Anwohner sollten befallene Gebiete meiden und bei Aufenthalten im Freien lange Kleidung tragen. Nach einem Spaziergang im Wald oder Park ist es ratsam, die Kleidung zu wechseln und zu duschen. Haustiere sollten von den Raupen ferngehalten werden. Wer Symptome wie Hautausschlag oder Atemnot bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen. Der Bezirk rät, bei Sichtung der Raupen oder Nester die zuständige Grünflächenverwaltung zu kontaktieren.
Weitere Informationen
Der Eichenprozessionsspinner tritt in Berlin vor allem in den Bezirken mit vielen Eichenbeständen auf. Mitte ist zwar nicht der am stärksten betroffene Bezirk, doch die Zunahme der Fälle gibt Anlass zur Sorge. Die Senatsverwaltung für Umwelt arbeitet an einem langfristigen Konzept zur Eindämmung des Schädlings, der sich durch den Klimawandel immer weiter ausbreitet. Betroffene können sich auch an das Umweltamt ihres Bezirks wenden.



