Ein Hitzewochenende steht bevor. Was nach perfektem Sommerwetter klingt, kann für den Körper zur Gefahr werden. Die Temperaturen steigen, und der Körper läuft auf Hochtouren, um die lebenswichtige Temperatur von 37 Grad Celsius zu halten. Professor Hanns-Christian Gunga von der Charité Berlin erklärt, dass zu viel Hitze ebenso gefährlich ist wie zu viel Kälte. Steigt die Körpertemperatur über 42 Grad oder sinkt sie unter 32 Grad, kann das tödlich enden. Doch der Körper hat Mechanismen, um sich zu schützen, solange er nicht überfordert wird.
Wie der Körper auf Hitze reagiert
Bei hohen Temperaturen weiten sich die Blutgefäße der Haut, um Wärme abzugeben. Bis zu 80 Prozent des Blutes können dann durch die Haut fließen, normal sind nur zehn Prozent. Dies führt zu einer geringeren Durchblutung der inneren Organe, insbesondere des Magen-Darm-Trakts. Daher empfiehlt Gunga bei Hitze leichte Kost, um die Verdauung zu entlasten.
Schwitzen als Kühlmechanismus
Schwitzen ist ein weiterer wichtiger Kühlmechanismus. Wenn Schweiß auf der Haut verdunstet, wird Wärme abgeführt. Dafür benötigt der Körper ausreichend Flüssigkeit. Mindestens 1,5 Liter pro Tag sind ideal. Geeignete Getränke sind Wasser, Saftschorlen, ungesüßte Tees, Elektrolytgetränke und alkoholfreies Bier. Ältere Menschen trinken oft zu wenig, da sie ein frühes Sättigungsgefühl verspüren. Eine australische Studie zeigt, dass alternde Nerven die Flüssigkeitsaufnahme überschätzen.
Flüssigkeitsmangel erkennen
Mediziner Gunga rät, sich vor einer Hitzewelle morgens und abends zu wiegen. Bei hohen Temperaturen kann das Abendgewicht ein bis zwei Kilo niedriger sein als das Morgengewicht – ein Zeichen für Flüssigkeitsverlust. Dann sollte man noch am gleichen Abend mindestens einen Liter Wasser oder isotonische Getränke trinken. Auch bei Kindern ist Wiegen eine gute Kontrollmöglichkeit.
Risiken für Herz-Kreislauf-System
Schon ab 26 Grad beginnt der Körper, gegen die Hitze anzukämpfen. Bei konstant hohen Temperaturen erweitern sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt. Für Herzkranke steigt das Sterberisiko bei Hitzewellen um bis zu 15 Prozent. Blutdrucksenkende Medikamente können verstärkt wirken, was zu Schwindel, Müdigkeit und Schwäche führt. Betroffene sollten ihre Medikation mit dem Arzt überprüfen.
Gewöhnung an Hitze
Grundsätzlich kann man sich an Hitze gewöhnen, wie Menschen in südlichen Ländern zeigen. Sie passen ihre Gewohnheiten an: Mittagshitze wird gemieden, Arbeiten im Freien auf Morgen und Abend verlegt. Eine Kopfbedeckung ist Pflicht, um Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Herzinfarkt zu vermeiden.
Symptome von Hitzeerkrankungen
Ein Sonnenstich entsteht durch intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf und äußert sich in Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit. Ruhe und Abkühlung helfen. Bei Hitzeerschöpfung schlägt das Herz schon bei leichter Belastung schneller, man fühlt sich schwach, schwitzt vermehrt oder ist desorientiert. Auch hier: Raus aus der Sonne, viel trinken. Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich: Die Haut ist trocken und hochrot, der Betroffene benötigt sofort einen Notarzt.
Fragen und Antworten zur Hitze
Wie entsteht Hitze?
Hitze kann durch Sonneneinstrahlung, hohe Umgebungstemperaturen oder andere Faktoren verursacht werden.
Welche Auswirkungen kann Hitze auf den Körper haben?
Übermäßige Hitze kann zu Hitzeerschöpfung, Hitzschlag, Dehydrierung, Sonnenbrand und Hitzekrämpfen führen und bestehende Gesundheitsprobleme verschlimmern.
Wie kann ich mich vor der Hitze schützen?
Tragen Sie leichte, luftdurchlässige Kleidung, vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, trinken Sie ausreichend Wasser, suchen Sie kühle Orte auf und vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivität.



