Gunter Stephani (85) aus dem Allgäu erlebte nach seiner Knieoperation etwas, womit er nicht gerechnet hatte: Bereits zwei Stunden nach dem Eingriff im Aufwachraum stand er auf seinen eigenen Beinen. Der Grund ist eine neue Behandlungsmethode, die als Fast-Track-Verfahren bekannt ist und die Orthopädie grundlegend verändert.
Von täglichen 20 Kilometern zur Arthrose – der Leidensweg
Vor drei Jahren war Gunter Stephani noch ein passionierter Wanderer, der täglich 20 Kilometer in den Bergen zurücklegte. Dann zerstörte Arthrose sein rechtes Kniegelenk. Die Schmerzen wurden unerträglich, das Gehen fiel zunehmend schwer. Nach langem Zögern entschloss sich der 85-Jährige zu einer Operation in der Auenlandklinik, die auf die Fast-Track-Methode setzt.
Was ist die Fast-Track-Methode?
Die Fast-Track-Methode ist ein multimodales Konzept, das darauf abzielt, die Erholungszeit nach Operationen drastisch zu verkürzen. Dazu gehören minimalinvasive Eingriffe, optimierte Schmerztherapie, frühe Mobilisation und eine intensive Vorbereitung der Patienten. „Das Ziel ist, dass Patienten innerhalb weniger Stunden nach der OP wieder aufstehen und gehen können“, erklärt Dr. med. Franziska Weber, Leitende Orthopädin an der Auenlandklinik. „Wir vermeiden lange Bettruhe, die das Risiko von Komplikationen wie Thrombosen oder Lungenentzündungen erhöht.“
Erfahrungen von Gunter Stephani
„Ich war völlig überrascht, als die Schwester mich aufforderte, aufzustehen“, berichtet Stephani. „Zuerst dachte ich, das sei ein Scherz. Aber es ging tatsächlich. Die Schmerzen waren minimal, und ich konnte mich mit Hilfe des Gehwagens selbstständig fortbewegen.“ Nach nur drei Tagen konnte der 85-Jährige die Klinik verlassen und zu Hause seine Rehabilitation fortsetzen. „Ohne diese Methode hätte ich mich wahrscheinlich nicht operieren lassen“, gesteht er.
Vorteile für Patienten und Kliniken
Die Fast-Track-Methode bietet zahlreiche Vorteile: kürzere Krankenhausaufenthalte, geringere Komplikationsraten und eine schnellere Rückkehr in den Alltag. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) reduzieren sich die stationären Liegezeiten um durchschnittlich 40 Prozent. Zudem sinkt das Risiko für postoperative Infektionen um bis zu 30 Prozent. Für die Kliniken bedeutet dies eine höhere Effizienz und bessere Patientenzufriedenheit.
Wie findet man eine patientenorientierte Klinik?
Nicht jede Klinik bietet die Fast-Track-Methode an. Patienten sollten bei der Auswahl auf spezialisierte Zentren achten, die Erfahrung mit minimalinvasiven Techniken und multimodalen Schmerzkonzepten haben. Die Auenlandklinik ist ein Vorreiter auf diesem Gebiet. „Wir haben ein interdisziplinäres Team aus Orthopäden, Anästhesisten und Physiotherapeuten, das eng zusammenarbeitet“, so Weber. „Entscheidend ist auch die Aufklärung der Patienten vor der OP, damit sie wissen, was auf sie zukommt.“
Ausblick: Fast-Track als Standard
Experten gehen davon aus, dass sich die Fast-Track-Methode in den kommenden Jahren als Standard in der Orthopädie etablieren wird. „Die Ergebnisse sind überzeugend, sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich“, sagt Prof. Dr. Klaus Richter, Präsident der DGOU. „Wir empfehlen allen Kliniken, dieses Konzept zu implementieren.“ Für Patienten wie Gunter Stephani bedeutet dies eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität: „Ich kann schon wieder kurze Spaziergänge machen und hoffe, bald wieder in die Berge zu können.“



