Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius können die Wirkung von Medikamenten erheblich verändern. Besonders betroffen sind Patienten mit Bluthochdruck, Herzproblemen oder Diabetes. Ein Experte gibt Tipps, wie man sich schützen kann – und warum ein Schlafanzug im Kühlschrank gut aufgehoben ist.
Wie Hitze die Medikamentenwirkung beeinflusst
Hohe Temperaturen können dazu führen, dass sich der Körper anders verhält als gewohnt. Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt, und der Kreislauf wird belastet. Medikamente, die normalerweise gut vertragen werden, können plötzlich stärker oder schwächer wirken. „Bei Hitze kann es zu einer verstärkten Wirkung von Blutdrucksenkern kommen, was zu Schwindel und Ohnmacht führen kann“, erklärt Dr. med. Thomas Müller, Kardiologe aus Berlin.
Besondere Risiken für Bluthochdruck-Patienten
Bluthochdruck-Patienten sollten ihre Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, aber die Dosierung gegebenenfalls mit dem Arzt anpassen. Auch Diuretika (Entwässerungstabletten) können bei Hitze zu einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel führen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da ihr Durstgefühl nachlässt. „Trinken Sie mindestens zwei Liter pro Tag, auch wenn Sie keinen Durst haben“, rät Müller.
Diabetes-Medikamente und Hitze
Bei Diabetes-Patienten kann Hitze den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Insulin sollte kühl gelagert werden, aber nicht im Gefrierfach. „Temperaturen über 30 Grad können Insulin zerstören“, warnt Müller. Auch die Wirkung von oralen Antidiabetika kann sich verändern. Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind daher besonders wichtig.
Praktische Tipps: Schlafanzug im Kühlschrank
Ein ungewöhnlicher, aber effektiver Tipp: Legen Sie Ihren Schlafanzug für einige Minuten in den Kühlschrank, bevor Sie ihn anziehen. Das kühlt den Körper herunter und erleichtert das Einschlafen. Auch kalte Fußbäder oder feuchte Tücher auf der Stirn können helfen. Wichtig ist, Medikamente nicht im direkten Sonnenlicht oder im heißen Auto zu lagern.
Was tun bei Nebenwirkungen?
Bei Anzeichen wie Schwindel, Übelkeit oder Kreislaufproblemen sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen. „Lieber einmal zu viel zum Arzt gehen, als eine gefährliche Situation zu riskieren“, betont Müller. Eine Liste mit Notfallnummern und die Medikamentenpackung sollten immer griffbereit sein.



