Kassenärzte warnen vor Folgen der Gesundheitsreform für Patienten
Kassenärzte warnen vor Folgen der Gesundheitsreform

Weniger Termine und längere Wege: Kassenärzte warnen vor Folgen der Gesundheitsreform

Die Kassenärzte in Berlin und Brandenburg schlagen Alarm: Das neue Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung werde zu deutlichen Einschnitten für Patienten führen. In einem offenen Brief an die Berliner warnte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin: „Die Folgen dieses Gesetzes werden auch für Sie im Alltag spürbar sein.“ Vielen Ärzten und Psychotherapeuten fehlten durch das Gesetz die finanziellen Mittel, um ihre Praxen am Leben zu halten.

Nach Einschätzung der Kassenärzte werden die Wartezeiten auf Termine länger, der Weg zur nächsten Haus- oder Facharztpraxis weiter. Zudem würden weniger Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen angeboten und selbstverständliche Leistungen künftig zunehmend nur noch für Selbstzahler zu haben sein.

Auch Brandenburg betroffen: Ältere und chronisch Kranke besonders gefährdet

Auch für Brandenburg werden Einschnitte befürchtet. „Am Ende zahlen das nicht die Praxen allein, sondern die Patientinnen und Patienten mit weniger Terminen und längeren Wegen“, sagte die Vorstandschefin der KV Brandenburg, Catrin Steiniger. „Besonders ältere und chronisch kranke Menschen, die auf wohnortnahe Versorgung angewiesen sind, werden das zuerst spüren.“

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Der Bundesrat hatte den Weg für das vom Bundestag beschlossene Sparpaket freigemacht. Es soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche, aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

130 Millionen Euro weniger für ambulante Versorgung in Berlin

Das Gesetz entziehe der ambulanten Versorgung in Berlin nach Einschätzung der KV rund 130 Millionen Euro im Jahr. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hält das Sparpaket dagegen für notwendig. Niemand könne weiter steigende Beiträge wollen, weder Versicherte noch Arbeitgeber, hatte sie gesagt.

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