Berlin – Die anhaltende Hitzewelle mit einem sogenannten Hitzedom über Deutschland fordert zunehmend auch junge Opfer. In den Berliner Rettungsstellen wurden hitzebedingt mehrere Kinder eingeliefert, wie eine Sprecherin des Klinikverbunds Vivantes am Freitag mitteilte. Die Symptome reichen von starken Kopfschmerzen über Fieberkrämpfe bis hin zu klassischen Hitzschlägen. In sehr wenigen Einzelfällen sei es sogar zu einer Hirnhautentzündung gekommen.
Kleinkinder besonders gefährdet
Besonders Kleinkinder sind anfällig für hitzebedingte Erkrankungen. Die Sprecherin erklärte, dass sie sich noch nicht ausreichend schützen könnten und ihr Kopf im Vergleich zum Körper groß sei. Dies führe zu einer schnelleren Überhitzung. Zu den Warnzeichen einer Überhitzung bei Kindern zählen eine erhöhte Körpertemperatur oder ein eingeschränktes Bewusstsein. Die Hitze kann das Risiko für eine bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) erhöhen, da hohe Temperaturen das Eindringen von Krankheitserregern begünstigen.
Empfehlungen für Eltern
Um Hitzschlag und Sonnenstich vorzubeugen, empfehlen Experten, die Mittagshitze zu meiden, sich im Schatten aufzuhalten und Sonnenschutz zu verwenden. Auch für ausreichende Abkühlung sollte gesorgt werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor den Gefahren: „Einen Sonnenstich bekommt man oft schneller als gedacht. Ein Hitzschlag kann sogar lebensbedrohlich werden“, sagte DRK-Bundesarzt Prof. Bernd Böttiger. Bei ersten Anzeichen sollten Betroffene in den Schatten gebracht werden und Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei Bewusstlosigkeit sei die stabile Seitenlage einzuleiten und der Notruf 112 zu wählen.
Vorsicht bei Slush-Eis
Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt zudem vor sogenannten „Slushys“ – gekühlten Getränken mit Glycerin. Schon 200 Milliliter könnten bei Kleinkindern zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit führen. Da es keine gesetzlich vorgeschriebene Höchstmenge für Glycerin in Slush-Ice-Getränken gebe, sei es ratsam, ganz darauf zu verzichten oder nur sehr kleine Mengen zu konsumieren.
Ältere Menschen häufiger betroffen
Trotz der Fälle bei Kindern waren es laut Vivantes vor allem ältere Menschen mit Flüssigkeitsmangel, die hitzebedingt in die Berliner Rettungsstellen eingeliefert wurden. Die Mehrheit der Notfälle betraf diese Altersgruppe.



