Die bekannt gewordenen Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland sind im Jahr 2025 auf rund 17.000 gestiegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnete 17.126 Delikte – ein Anstieg um etwa 1.600 Fälle im Vergleich zu 2021. Dies geht aus dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ hervor, das Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Chef Holger Münch und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, in Berlin vorlegten.
Opferzahlen und Geschlechterverteilung
Insgesamt registrierte die Polizei 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern – ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. Von den Opfern waren 13.870 Mädchen und 4.866 Jungen. Strafrechtlich gelten Personen unter 14 Jahren als Kinder.
Die Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle eine Vorbeziehung zwischen Opfern und Tatverdächtigen bestand. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg von 12.368 auf 12.823. Dabei handele es sich hauptsächlich um männliche, allein handelnde Tatverdächtige, so das BKA.
Dunkelfeld und Aussagekraft der Statistik
Die Ermittler gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Die Statistik bilde nur das sogenannte Hellfeld ab – also die der Polizei bekannt gewordenen und bearbeiteten Straftaten, einschließlich Versuchstaten. Auch das Anzeigeverhalten beeinflusse die Zahlen. „Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen“, heißt es in dem Bericht.
Das Bundeslagebild basiert auf Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und fokussiert auf sexuellen Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen (Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen.



