Krebsmedizin: Herzmediziner Ince über neue Therapien und Hoffnung
Krebsmedizin: Herzmediziner Ince über neue Therapien

Fortschritte in der Krebsmedizin: Herzmediziner Ince über neue Therapien und Hoffnung

Prof. Dr. med. Hüseyin Ince, einer der führenden Herzmediziner weltweit, sprach auf der YES!CON mit FUNKE-Moderatorin Julia Wolff über die rasanten Fortschritte in der Krebsmedizin, die Bedeutung interdisziplinärer Forschung und die Hoffnung, die moderne Therapien vielen Betroffenen heute geben können. Ince ist Ordinarius für Kardiologie an der Universität Rostock und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie an der Universitätsmedizin Rostock sowie Chefarzt der Kardiologie an den Vivantes-Kliniken in Berlin.

Persönliche Betroffenheit und medizinische Fortschritte

Die YES!CON hat für den Kardiologen auch eine persönliche Bedeutung. Krebs sei ein Thema, das ihn nicht nur beruflich, sondern auch im privaten Umfeld begleite. Zwei Menschen, die ihm besonders nahestehen, hätten eine Krebserkrankung überstanden. „Deshalb war es mir wichtig, selbst vor Ort zu sein und mir einen Eindruck von einer der einflussreichsten Veranstaltungen zu diesem Thema zu verschaffen“, sagte Ince.

Besonders beeindruckt zeigt sich der Mediziner von den Entwicklungen der vergangenen Jahre. Die Krebsmedizin habe enorme Fortschritte gemacht – sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Durch personalisierte Behandlungsansätze, Präzisionsmedizin, Checkpoint-Inhibitoren und moderne Zelltherapien hätten sich die Perspektiven vieler Patientinnen und Patienten grundlegend verändert. Vor allem bei Brustkrebs, schwarzem Hautkrebs und Lungenkrebs seien die Fortschritte deutlich sichtbar. Erkrankungen, die früher oft mit einer schlechten Prognose verbunden gewesen seien, könnten heute in vielen Fällen deutlich erfolgreicher behandelt werden.

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CRISPR und mRNA: Neue Therapien bieten Hoffnung für Krebspatienten

Für die kommenden Jahre sieht Ince weiteres großes Potenzial. Besonders die sogenannte Genschere CRISPR/Cas sowie gezielte Antikörpertherapien könnten die Krebsmedizin nachhaltig verändern. Hoffnung macht ihm außerdem die Entwicklung der mRNA-Technologie, die durch die Corona-Pandemie weltweit bekannt wurde. „Diese Technologie hat Türen geöffnet, die vorher verschlossen waren“, betonte der Kardiologe. In Kombination mit modernen Diagnoseverfahren und neuen Therapieansätzen könne sie vielen Betroffenen zusätzliche Chancen eröffnen.

In seiner standortübergreifenden Funktion sieht Ince große Vorteile in der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kliniken und Forschungsstandorten. Durch die Bildung leistungsfähiger Zentren könnten wissenschaftliche Erkenntnisse schneller aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis übertragen werden. Gleichzeitig erleichtere dies die Durchführung großer Studien, die notwendig seien, um neue Therapien weiterzuentwickeln und wissenschaftlich zu belegen.

Kardio-Onkologie verbessert Versorgung von Krebspatienten

Mit Blick auf die YES!CON hob Ince die Bedeutung des Austauschs zwischen Betroffenen, Ärzteschaft, Politik und Medien hervor. Für Mediziner sei es wertvoll, Patientinnen und Patienten außerhalb des Klinikalltags zu erleben und Einblicke in ihren Umgang mit der Erkrankung zu erhalten. Zugleich sei die Veranstaltung ein wichtiger Ort, um Aufmerksamkeit für Krebs als eine der häufigsten Todesursachen zu schaffen. Nur wenn das Thema dauerhaft sichtbar bleibe, könnten Forschung und Innovation langfristig ausreichend unterstützt werden.

Ein besonderes Anliegen ist dem Kardiologen zudem die sogenannte Kardio-Onkologie. Dabei arbeiten Herzspezialisten und Krebsmediziner eng zusammen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die als Folge moderner Krebstherapien auftreten können, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch darin sieht Ince einen wichtigen Fortschritt für die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten.

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