Im Fall des Legionellenbefalls in einem Seniorenwohnhaus in Berlin-Tegel mit zwei Todesfällen prüft das zuständige Gesundheitsamt heute die Lage vor Ort und entnimmt Wasserproben. Die Proben aus den Leitungen werden in den nächsten Tagen analysiert, wie ein Sprecher der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Berlinovo mitteilte, die das Haus betreibt.
Ergebnisse der Wasserproben entscheiden über Entwarnung
Die Wohnungsgesellschaft werde vom Gesundheitsamt über die Ergebnisse informiert. Sollten die Wasserproben frei von Legionellen sein, könne Entwarnung gegeben werden. Legionellen sind Bakterien, die über zerstäubtes Wasser – etwa beim Duschen, durch Luftbefeuchter oder über Wasserhähne – in die Luft gelangen und eingeatmet werden können. Sie verursachen grippeähnliche Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Herz- und Lungenleiden sowie ältere Menschen.
Fünf Mieter im Krankenhaus, zwei Todesfälle
Der Legionellenbefall war aufgefallen, nachdem fünf Mieter ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Zwei von ihnen starben, drei konnten das Krankenhaus wieder verlassen. Allerdings ist unklar, ob die Krankenhausaufenthalte und Todesursachen direkt mit den Legionellen zusammenhängen, so die Berlinovo. Nach Bekanntwerden des Befalls am 8. Juli wurden alle Mieter der insgesamt 93 Apartments informiert. Das Duschen wurde zunächst untersagt, die Leitungen desinfiziert. In Duschen und Wasserhähne wurden tagelang Filter eingebaut. Das Gesundheitsamt verbot die Nutzung der Wasserleitungen ohne Filter. Die Betreiber des Hauses stellten Trinkwasser in Flaschen bereit.



