Wer seinen Tag mit längeren Spaziergängen, Radtouren oder anderen aktiven Phasen füllt, könnte seinem Gehirn einen zusätzlichen Vorteil verschaffen. Eine große Untersuchung mit mehr als 66.000 Erwachsenen deutet darauf hin, dass nicht nur die Menge der Bewegung zählt. Entscheidend könnte auch sein, wie zusammenhängend sie über den Tag verteilt ist.
Zusammenhang zwischen Aktivitätskontinuität und psychischer Gesundheit
Menschen mit längeren Aktivitätsphasen und weniger häufigen Unterbrechungen entwickelten während der Nachbeobachtung seltener Demenz, Depressionen oder Angststörungen. Der Zusammenhang zeigte sich unabhängig davon, wie viel Bewegung die Teilnehmer insgesamt pro Tag erreichten.
Besonders deutlich waren die Ergebnisse bei moderater bis intensiver körperlicher Aktivität. Im Vergleich zu Menschen ohne solche zusammenhängenden Bewegungsphasen zeigte sich das niedrigste beobachtete Demenzrisiko bei etwa 13 Minuten ununterbrochener Aktivität. Für Depressionen und Angststörungen lagen die günstigsten Werte bei rund 36 Minuten.
Studiendesign und Methodik
Für die Studie werteten Forscher der City University of Hong Kong Daten von 66.483 Teilnehmern der UK Biobank aus. Die Probanden trugen zwischen 2013 und 2015 eine Woche lang einen Aktivitätssensor am Handgelenk. Anschließend wurden sie durchschnittlich 7,5 Jahre lang beobachtet.
Untersucht wurde, wie lange die Bewegungsphasen am Stück dauerten und wie oft sie durch Pausen unterbrochen wurden. Während der Nachbeobachtung wurden 425 Demenz-, 1101 Depressions- und 1290 Angstdiagnosen registriert. Bei über 13.000 Teilnehmern zeigten MRTs: Längere Aktivitätsphasen gingen mit einem größeren Hippocampusvolumen – die Hirnregion, die für Gedächtnis wichtig ist –, weniger fragmentierten Bewegungsmustern und geringeren Veränderungen der weißen Hirnsubstanz einher.
Ergebnisse und Risikoreduktion
Im Vergleich zu Menschen mit stark zerstückelten Bewegungsmustern hatten Personen mit der höchsten Kontinuität ein um 82 Prozent geringeres Demenzrisiko sowie ein um etwa 50 bis 57 Prozent geringeres Risiko für Depressionen und Angststörungen. Die Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und daraus keine ursächlichen Schutzeffekte längerer Bewegungsphasen abgeleitet werden können.



