Das Versprechen klingt verlockend: Muskelwachstum, wie man es nur mit intensivem Training nicht erreichen kann. Möglich machen sollen es Peptide wie BPC-157. Der Influencer Tobias Weigl, einer der bekanntesten Medizin-Influencer Deutschlands, schwärmt in einem Youtube-Video mit dem Titel „Peptide: Wundermittel und Longevity“ von diesen Substanzen. Doch die vermeintlichen Wundermittel haben einen Haken: Sie sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Was sind Peptide und wie wirken sie?
Peptide sind kurze Ketten von Aminosäuren, die im Körper als Botenstoffe fungieren. BPC-157, ein synthetisches Peptid, das ursprünglich aus Magensäure gewonnen wurde, soll angeblich die Heilung von Muskeln, Sehnen und Bändern beschleunigen. Influencer wie Weigl bewerben es als Mittel zur Leistungssteigerung und Regeneration. Doch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat BPC-157 nicht als Medikament zugelassen. „Die Behauptungen basieren meist auf tierexperimentellen Studien oder Einzelfallberichten, nicht auf kontrollierten klinischen Studien am Menschen“, erklärt Dr. Markus Braun, Pharmakologe an der Universität München.
Risiken und Nebenwirkungen
Der unkontrollierte Einsatz von Peptiden birgt erhebliche Risiken. Da die Substanzen nicht reguliert sind, ist ihre Reinheit und Dosierung ungewiss. „Es kann zu schweren Nebenwirkungen wie allergischen Reaktionen, Infektionen oder hormonellen Störungen kommen“, warnt Braun. Zudem fehlen Langzeitstudien zu möglichen Spätfolgen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie hat vor der Selbstmedikation mit Peptiden gewarnt. „Was im Internet als Wundermittel angepriesen wird, kann schnell zur Gesundheitsgefahr werden“, so die Gesellschaft in einer Stellungnahme.
Rechtliche Lage in Deutschland
In Deutschland unterliegen Peptide wie BPC-157 dem Arzneimittelgesetz. Der Verkauf und die Anwendung ohne Zulassung sind illegal. Dennoch werden sie über das Internet und soziale Medien vertrieben. „Influencer, die solche Produkte bewerben, machen sich strafbar und gefährden ihre Follower“, sagt Rechtsanwältin Julia Schmitt, Expertin für Medizinrecht. Die Verbraucherzentralen raten dringend davon ab, Peptide ohne ärztliche Verschreibung zu kaufen oder anzuwenden.
Fazit: Skepsis gegenüber Influencer-Versprechen
Die Anziehungskraft von schnellen Ergebnissen ohne großen Aufwand ist verständlich. Doch die Versprechungen von Influencern wie Tobias Weigl sollten mit Vorsicht genossen werden. Ohne wissenschaftliche Belege und ärztliche Aufsicht können Peptide mehr schaden als nutzen. Wer seinen Körper gesund halten will, setzt besser auf bewährte Methoden: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf.



