Eine kleine britische Studie liefert einen überraschenden Hinweis: Schon geringe Mengen Pfefferminzöl könnten bei Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck positive Effekte haben. Die Untersuchung, veröffentlicht im Fachjournal PLOS One, zeigt, dass der systolische Blutdruck in der Pfefferminz-Gruppe im Schnitt um etwas mehr als acht mmHg sank.
Studiendesign und Ergebnisse
Forscher untersuchten 40 Erwachsene mit leicht erhöhtem Blutdruck oder Bluthochdruck im frühen Stadium. Über 20 Tage erhielt die Hälfte der Teilnehmenden verdünntes Pfefferminzöl, die andere ein Placebo. In der Pfefferminz-Gruppe sank der systolische Blutdruck um mehr als acht mmHg, während die Werte in der Placebo-Gruppe stabil blieben. Auch der diastolische Blutdruck und die Ruheherzfrequenz gingen zurück.
Verwendet wurde nur eine sehr geringe Menge: rund 0,1 Milliliter Pfefferminzöl täglich, verdünnt in Wasser und auf zwei Einnahmen verteilt. Die meisten Teilnehmenden hielten sich an das Protokoll; nur eine Person brach die Studie wegen des Geschmacks ab.
Wirkmechanismus und Einschränkungen
Als möglicher Erklärungsansatz steht der Inhaltsstoff Menthol im Fokus. Er könnte bestimmte Rezeptoren in den Gefäßen beeinflussen und so eine entspannende Wirkung auf die Gefäßwände haben, wodurch der Widerstand im Kreislauf sinkt. Direkt nachgewiesen wurde dieser Mechanismus in der Studie allerdings nicht.
Experten bleiben vorsichtig. Die Studie ist klein, lief nur über wenige Wochen und erlaubt keine Aussagen über langfristige Effekte. Auch Menschen mit stärkerem Bluthochdruck oder Begleiterkrankungen waren nicht Teil der Untersuchung. Kardiologen betonen, dass bewährte Maßnahmen wie Bewegung, Gewichtsreduktion und eine salzbewusste Ernährung weiterhin im Mittelpunkt stehen sollten. Medikamente bleiben bei entsprechender Diagnose unverzichtbar.
Bedeutung für Betroffene
Bluthochdruck betrifft weltweit rund 1,4 Milliarden Menschen und bleibt häufig lange unentdeckt. Selbst moderate Blutdrucksenkungen können das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall messbar verringern. Die Ergebnisse der Studie sind ein interessanter, aber vorläufiger Hinweis, der klassische Therapien nicht ersetzen kann.



