DFB-Insider Peters: Nagelsmann war nicht frei – Klopp muss etwas ändern
Peters: Nagelsmann nicht frei – Klopp muss ändern

Bernhard Peters, der beinahe Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geworden wäre, hat dem Verband vorgeworfen, aus früheren Fehlern nicht zu lernen. Im Interview mit dem Tagesspiegel äußerte sich der erfahrene Funktionär kritisch über die Arbeit des DFB und analysierte die Misserfolge der Nationalmannschaft.

Peters über Nagelsmann: „Er war nicht frei“

Peters, der mit Bundestrainer Julian Nagelsmann einige Jahre zusammengearbeitet hat, erklärte, dass Nagelsmann bei seiner Arbeit beim DFB nicht die nötige Freiheit gehabt habe. „Julian war nicht frei“, sagte Peters. Er schätze Nagelsmann sehr als Mensch und als Trainer, doch die Strukturen beim DFB hätten ihn eingeschränkt. Peters betonte, dass Nagelsmanns Ansätze oft von internen Widerständen blockiert worden seien.

Klopp müsse grundlegende Änderungen vornehmen

Mit Blick auf Jürgen Klopp, der immer wieder als künftiger Bundestrainer gehandelt wird, forderte Peters tiefgreifende Veränderungen. „Klopp müsste etwas Grundlegendes ändern, nicht nur an der Oberfläche kratzen“, erklärte der 61-Jährige. Der DFB brauche eine klare Strategie und mehr Professionalität in der Führung. Peters verwies auf die WM-Pleite 2022 in Katar, die er als „Symptom eines systemischen Problems“ bezeichnete.

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DFB lerne nicht aus Fehlern

Peters kritisierte, dass der DFB immer wieder dieselben Fehler mache. „Es fehlt an Selbstreflexion und an der Bereitschaft, aus Rückschlägen zu lernen“, sagte er. Der Verband sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt, anstatt sich auf die sportliche Entwicklung zu konzentrieren. Als Beispiel nannte er die mangelnde Förderung junger Talente und die unzureichende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ebenen des Verbands.

Peters‘ eigene Erfahrung beim DFB

Der frühere Hockey-Bundestrainer und ehemalige Sportvorstand der TSG 1899 Hoffenheim war selbst kurz davor, Sportdirektor beim DFB zu werden. Der Posten wurde jedoch anders besetzt. Peters zeigte sich enttäuscht, aber nicht überrascht. „Ich habe lange genug im Sport gearbeitet, um zu wissen, dass solche Entscheidungen oft politisch sind“, erklärte er. Dennoch sei er überzeugt, dass der DFB dringend einen externen Impuls brauche, um sich zu reformieren.

Zukunft der Nationalmannschaft

Peters blickt skeptisch auf die kommenden Aufgaben der Nationalmannschaft. Ohne grundlegende Reformen werde es schwer, wieder an die Weltspitze anzuknüpfen. „Es geht nicht nur um den Trainer, sondern um die gesamte Infrastruktur“, sagte Peters. Er forderte mehr Mut zu Veränderungen und eine Abkehr von kurzfristigen Erfolgsdenken.

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