Am 4. Juli 2026 versuchten Tausende Demonstranten in Erfurt, den Bundesparteitag der AfD zu blockieren. Trotz zwölf blockierter Zufahrtswege – darunter Autobahnen, Landstraßen und innerstädtische Routen – konnte die Partei ihre Veranstaltung nahezu ungehindert beginnen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und löste Blockaden auf, sodass Delegierte das Messegelände erreichten. Laut Polizei versammelten sich allein am Messegelände 15.000 Menschen zu einer Gegendemonstration.
Blockaden und Proteste: Aktivisten berichten
Die 22-jährige Lea aus Erfurt, Gründerin der Initiative „Azubis gegen Rechts“, schloss sich dem Bündnis „Widersetzen“ an, das die Zufahrten blockierte. „Die AfD ist super stark in Thüringen. Deswegen ist es natürlich umso wichtiger, laut zu sein“, sagte sie. Ihr Ziel: „Wir müssen den Leuten zeigen, das ist keine Alternative.“ Auch Muntazar, ein weiterer Gegendemonstrant, berichtete von persönlichen Angriffen: „Oft werde ich auf der Straße beleidigt, mit dem N-Wort, an meinen Sachen gezogen. Mir wird gesagt: Geh, wir brauchen euch nicht.“ Er forderte täglichen Protest: „Wenn man die Demokratie beschützen muss, muss man auf die Straße gehen.“
Übergriffe auf Medienschaffende und Polizeieinsatz
Während der Proteste kam es zu Übergriffen auf Journalisten. Mitarbeiter der rechten Medienplattform Apollo News wurden attackiert: „Ein riesen Mob kam auf uns zu, hat uns attackiert. Mit Sachen wurden wir beworfen, wurden getreten“, schilderte ein Betroffener. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um die Lage zu beruhigen. Die AfD selbst konnte ihren Parteitag wie geplant durchführen. Ein Teilnehmer kommentierte zynisch: „Sehr demokratisch hier alles. Dass man die Demokratie verhindern will durch Blockaden. Das Volk wählt schon das Richtige.“
Prominente Unterstützung und politische Botschaften
Klimaaktivistin Luisa Neubauer saß bei einer Blockade auf der Straße und appellierte an die demokratische Mehrheit: „Ich bin heute hier mit einem Appell an die noch demokratische Mehrheit in diesem Land, die sich gerade gut überlegen muss, wie sie eine Mehrheit bleiben möchte.“ Trotz des erfolgreichen Parteitags zeigten sich Lea und Muntazar entschlossen. Lea: „Ich habe trotzdem ein gutes Gefühl, weil wir es den AfDlern superkrass erschweren, heute hier eine gute Zeit zu haben.“ Muntazar ergänzte: „Wir brauchen diese Proteste jeden Tag.“



