Viele Pilates-Fans wünschen sich vor allem eines: einen flacheren Bauch. Tatsächlich kann regelmäßiges Training die Körpermitte deutlich stärken – Bauchfett verschwindet dadurch jedoch nicht automatisch. Pilates-Trainerin Nina Ponath verrät, warum das so ist.
Der Mythos vom Pilates Body
Der häufig auf Social Media gezeigte „Pilates Body“ wird oft mit einem flachen Bauch gleichgesetzt. Doch die Vorstellung, allein durch Pilates gezielt Bauchfett zu verlieren, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Pilates trainiert vor allem die tiefe Rumpfmuskulatur. Im Fokus steht der Musculus transversus abdominis, der tiefste Bauchmuskel. Er wirkt wie ein natürliches Korsett, stabilisiert die Wirbelsäule und kann die Bauchwand etwas nach innen ziehen.
Was Pilates wirklich bewirkt
Das Ergebnis: Der Bauch wirkt straffer, die Haltung verbessert sich und viele Menschen fühlen sich definierter. Eine aufrechtere Körperhaltung lässt die Silhouette oft schlanker erscheinen. Sportwissenschaftler Andreas Heumann warnt jedoch vor einer falschen Schlussfolgerung. „Meine Beobachtung ist, dass Pilates eine bestimmte Art von Frauen anzieht, die meistens ohnehin schon schlank ist.“ Ein flacher Bauch sei deshalb häufig nicht allein das Ergebnis des Trainings.
Fettabbau funktioniert anders
Pilates ist kein klassisches Fettverbrennungsprogramm. Eine 50-minütige Einheit verbrennt meist nur 80 bis 180 Kalorien. Vor allem aber gilt: Es gibt keine lokale Fettverbrennung. Bauchübungen stärken die Muskeln unter dem Fettgewebe, bauen Fett am Bauch aber nicht gezielt ab. „Wo wir Fett einlagern, ist immer genetisch vorbestimmt“, sagt Heumann. Wer Körperfett reduzieren möchte, braucht daher eine negative Energiebilanz – also das Zusammenspiel aus Ernährung und Bewegung.
Warum der Bauch trotzdem flacher wirken kann
Pilates kann die Beckenstellung verbessern und ein Hohlkreuz ausgleichen. Dadurch wird der Bauch oft weniger nach vorn geschoben und wirkt flacher. Zudem deuten Studien darauf hin, dass Pilates Stress reduzieren kann. Da das Stresshormon Cortisol Bauchfett begünstigen kann, könnte ein geringeres Stressniveau langfristig ebenfalls eine Rolle spielen.



