Proktologin Rosa Schmuck: „Der Po leistet unglaubliche Arbeit!“
Proktologin Rosa Schmuck: Der Po leistet unglaubliche Arbeit!

Scham als größtes Hindernis

Rosa Schmuck ist Proktologin – ihr Fachgebiet ist der Anus. Das größte Problem ihrer Patientinnen und Patienten sei jedoch nicht die medizinische Diagnose, sondern die Scham, die mit dem Körperteil verbunden ist. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel betont sie: „Der Po leistet unglaubliche Arbeit!“ Viele Menschen wüssten gar nicht, wie wichtig dieses Körperteil für die Gesundheit sei.

Stolz auf den Beruf trotz Vorurteilen

Auf die Frage, ob sie sich auf Partys manchmal als Versicherungskauffrau ausgebe, antwortet Schmuck klar: „Ich bin tatsächlich stolz auf meinen Beruf.“ Sie erkläre gerne alles über Proktologie, wenn die Gesprächsebene stimme. Werde das Thema hingegen ins Lächerliche gezogen, finde sie das schwierig. „Fäkalhumor wird dem nicht gerecht. Meine Patient:innen haben echte Probleme und der Po verdient Respekt.“

Häufige Fehler beim Toilettengang

Viele Menschen machen laut Schmuck grundlegende Fehler beim Toilettengang, die langfristig zu Beschwerden führen können. Dazu zählt etwa zu starkes Pressen, das Hämorrhoiden begünstigt. Auch die falsche Sitzhaltung – zu aufrecht oder zu flach – könne den Darmausgang belasten. Schmuck empfiehlt eine leichte Vorbeugung des Oberkörpers, um die natürliche Ausrichtung des Darms zu unterstützen.

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Den Po als Freund gewinnen

Um die Scham zu überwinden, rät die Proktologin, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und den Po als funktionelles Organ zu akzeptieren. Regelmäßige Bewegung, eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit seien die Basis für eine gesunde Verdauung. „Wenn Patienten verstehen, wie viel Arbeit der Po täglich leistet, entwickeln sie oft mehr Respekt und weniger Scham“, so Schmuck.

Proktologie: Mehr als nur Tabu

Schmuck betont, dass proktologische Beschwerden wie Hämorrhoiden, Analfissuren oder Juckreiz weit verbreitet seien, aber aus Scham viel zu selten behandelt würden. Dabei seien die meisten Probleme gut therapierbar. Sie wünscht sich eine offenere gesellschaftliche Diskussion: „Der Po ist ein Hochleistungsorgan – er verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie jedes andere Körperteil.“

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