Erstmalige Verbrennung von Grünabfällen in Hessen zur Japankäfer-Bekämpfung
Zur Bekämpfung des invasiven Japankäfers dürfen in der Gemeinde Trebur erstmals in Hessen Grünabfälle verbrannt werden. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt erteilte eine Ausnahmezulassung für diese Maßnahme, wie die Behörde mitteilte. Die Verbrennung erfolgt zu festgelegten Zeiten unter Aufsicht der Feuerwehr auf einer freien Fläche am Wertstoffhof.
Fundlage und Sperrzone
Bereits im Juni wurden in Trebur fünf Japankäfer entdeckt, nachdem im Sommer 2025 sieben Exemplare gefunden worden waren, so das RP Gießen in einer früheren Mitteilung. In der eingerichteten Sperrzone gelten strenge Auflagen: Die Ausfuhr von Grünschnitt ist verboten, ebenso die Bewässerung von Rasenflächen. Durch die Verbrennung sollen die Schädlinge und ihre Larven effektiv abgetötet werden.
Gefahrenpotenzial des Japankäfers
Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein invasiver Schädling mit enormem Schadenspotenzial. Laut Regierungspräsidium Gießen stellt er ein erhebliches Risiko für landwirtschaftliche Betriebe, Gartenbaubetriebe, Parks, Sportplätze und Privatgärten dar. Erwachsene Käfer fressen Blätter, Früchte und Blüten von über 400 Pflanzenarten, darunter Obstbäume, Mais und Weinreben. Die Tiere sind etwa einen Zentimeter groß, haben einen metallisch glänzenden grünen Kopf, braune Flügel und fünf weiße Haarbüschel am Hinterleib. Ihre Aktivitätszeit liegt vor allem zwischen Juni und September.
Maßnahmen und Konsequenzen
Die Verbrennung der Grünabfälle ist eine von mehreren Maßnahmen, um die Ausbreitung des Käfers zu verhindern. „Es handelt sich um eine Ausnahmezulassung für die Gemeinde Trebur“, betonte ein Sprecher des RP Darmstadt. Die Feuerwehr überwacht die Verbrennungsaktionen, um Gefahren zu vermeiden. Die Behörden appellieren an die Bürger, keine Grünabfälle aus der Sperrzone zu transportieren und verdächtige Käfer zu melden.



