Der Versicherungskonzern Munich Re hat im ersten Halbjahr 2024 einen Rekordgewinn von 3,9 Milliarden Euro erzielt. Dies geht aus einer Pflichtmitteilung an den Finanzmarkt hervor. Der Münchner Dax-Konzern profitierte dabei vor allem von einem weitgehenden Ausbleiben großer Natur- und menschengemachter Katastrophen. Die sogenannte Großschadenbelastung fiel in den ersten sechs Monaten sehr gering aus.
Gewinnsprung um fast 22 Prozent
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 stieg der Gewinn um rund 22 Prozent. Bereits im Vorjahr waren die Großschäden niedriger als erwartet ausgefallen. Das Hauptgeschäft der Munich Re ist die Rückversicherung: Erstversicherer wie die Allianz sichern sich ihrerseits bei der Munich Re ab, um Risiken kalkulierbar zu halten. Besonders die Absicherung gegen Naturkatastrophen spielt dabei eine zentrale Rolle, da diese immense Schäden verursachen können.
Unsicherheitsfaktoren für die zweite Jahreshälfte
Ein gutes erstes Halbjahr ist jedoch kein Indiz für eine ebenso erfreuliche zweite Jahreshälfte. Die jährliche Wirbelsturmsaison im Nordatlantik und Pazifik hat gerade erst begonnen. Im Pazifik wird eine El-Niño-Phase mit sehr warmen Wassertemperaturen erwartet. Die Geowissenschaftler der Munich Re rechnen daher tendenziell mit mehr Taifunen, die China, Japan, Taiwan und Südostasien treffen könnten. Gleichzeitig könnten sich im Nordatlantik weniger Hurrikane bilden, die die US-Ostküste und die Karibik heimsuchen.
Langfristiger Trend steigender Schäden
Im langfristigen Trend steigen die Naturkatastrophenschäden unter anderem aufgrund steigender Temperaturen auf der Erde. Dennoch kann die Natur in einzelnen Jahren vergleichsweise friedlich sein. Das erste Halbjahr hat den finanziellen Spielraum der Munich Re vergrößert: Der Vorstand hat sich für das Gesamtjahr ein Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro gesetzt. Dank des guten ersten Halbjahres muss das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte noch 2,4 Milliarden Euro erwirtschaften.



