Der Techno-Star Paul Kalkbrenner steht im Zentrum eines Rechtsstreits: Lucian Crisovan, der die markante Stimme zu Kalkbrenners Hit „Part Six“ beigesteuert hat, fordert eine angemessene Vergütung. Crisovan, heute 56 Jahre alt, erklärte gegenüber dem Tagesspiegel: „Er hat einen Teil meiner Seele geraubt.“ Er habe nie Geld für seine Mitwirkung erhalten, obwohl der Song weltweit erfolgreich sei und Kalkbrenner hohe Gagen einstreiche.
Die Entstehung von „Part Six“
„Part Six“ ist einer der bekanntesten Tracks von Paul Kalkbrenner und wurde 2008 veröffentlicht. Crisovan, damals Sänger einer Band, traf Kalkbrenner in Berlin. Gemeinsam nahmen sie die Vocals auf, die später auf dem Track landeten. Crisovan betont, dass es keine schriftliche Vereinbarung über eine Vergütung gab. „Ich dachte, es sei ein kleines Projekt, aber dann wurde es ein riesiger Hit“, so Crisovan. Kalkbrenner habe ihm lediglich eine einmalige Zahlung von 500 Euro angeboten, die Crisovan ablehnte.
Rechtliche Schritte und Forderungen
Crisovan hat nun rechtliche Schritte eingeleitet. Er fordert eine rückwirkende Beteiligung an den Einnahmen aus „Part Six“. Nach Schätzungen hat der Song allein durch Streaming und Downloads mehrere Millionen Euro eingespielt. Kalkbrenner, der auf Festivals wie dem Melt! und der Loveparade auftritt, verdient pro Gige angeblich bis zu 100.000 Euro. Crisovans Anwalt argumentiert, dass die Nutzung der Stimme ohne Vergütung gegen das Urheberrecht verstoße.
Die Reaktion von Paul Kalkbrenner
Paul Kalkbrenner selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Sein Management teilte lediglich mit, dass man den Fall prüfe. „Wir nehmen die Angelegenheit ernst“, hieß es in einer Stellungnahme. Branchenkenner sehen den Fall als Beispiel für die oft ungleiche Vergütung von Künstlern und Studiomusikern. Crisovan hofft auf eine Einigung: „Ich will nicht seinen Erfolg kaputtmachen, nur meinen fairen Anteil.“



