Stiko senkt Altersgrenze für jährliche Corona-Booster auf 75 Jahre
Stiko: Jährlicher Corona-Booster erst ab 75 Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlung für die jährliche Corona-Auffrischimpfung geändert. Künftig sollen sich gesunde Menschen ab 75 Jahren im Spätsommer oder Frühherbst impfen lassen. Bislang galt die Empfehlung für alle gesunden Menschen ab 60 Jahren.

Hintergrund: Weniger schwere Fälle unter 75-Jährigen

Wie die Stiko in ihrer Begründung schreibt, sind die Fallzahlen seit dem Ende der Pandemie kontinuierlich zurückgegangen. Schwere Verläufe, die zu Krankenhausaufenthalten oder Todesfällen führen, treten heute vor allem bei über 75-Jährigen auf. Daher wird die Altersgrenze für die allgemeine Booster-Empfehlung angehoben.

Die neue Regelung betrifft auch Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes, chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Fettleibigkeit. Die Stiko betont, dass dies auch zahlreiche Menschen unter 75 Jahren betrifft.

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Keine Basisimmunität mehr nötig

Die Stiko stellt klar, dass es keine Empfehlungen zur Erlangung einer Basisimmunität mehr gibt. Der Grund: Die meisten Erwachsenen in Deutschland sind laut Studien zu mehr als 95 Prozent durch Impfungen oder Infektionen immun. Daher entfällt die Notwendigkeit einer Grundimmunisierung.

Für gesunde Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt die Stiko schon länger keine Impfung mehr. Auch Schwangeren wird derzeit keine weitere Auffrischimpfung empfohlen, es sei denn, sie haben eine Grunderkrankung oder es treten Komplikationen wie Diabetes oder Bluthochdruck auf.

Neuer Zeitpunkt: Spätsommer statt Herbst

Ein weiterer wichtiger Punkt der aktualisierten Empfehlung ist der Zeitpunkt der Impfung. Statt im Herbst soll die Auffrischung nun im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Begründung: Die Corona-Welle beginne jedes Jahr zu dieser Zeit, und die Wirksamkeit der Impfung lasse mit der Zeit stark nach.

Die Stiko empfiehlt die Auffrischung auch für Personal in medizinischen Einrichtungen, insbesondere in Notaufnahmen und auf Intensivstationen. Gleiches gilt für Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen.

Impfbereitschaft sinkt drastisch

Die Stiko räumt ein, dass ihre Empfehlungen nicht mehr die gewünschte Resonanz finden. Die bisherige Aufforderung an alle über 60-Jährigen, sich boostern zu lassen, wurde von weniger als einem Viertel der Bevölkerung befolgt. In der Saison 2024/2025 waren es nur noch 13 Prozent.

Zahlen zu Krankenhausaufenthalten und Todesfällen

In der Saison 2025/2026 wurden rund 50.000 Covid-19-Erkrankte in Krankenhäusern behandelt. Die Zahl der Sterbefälle ist deutlich gesunken: von etwa 4.300 in der Saison 2023/2024 über etwa 2.000 in der Saison 2024/2025 auf zuletzt etwa 900. Hauptziel der neuen Impfempfehlungen ist es, schwere Verläufe, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sowie Langzeitfolgen wie Long Covid zu verhindern.

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