Rund eineinhalb Wochen nach den mutmaßlich rechtsextremen Attacken in Cottbus wollen Demonstranten beim Christopher Street Day (CSD) an diesem Samstag ein Zeichen für Vielfalt und gegen Rechtsextremismus setzen. Die Polizei begleitet die Versammlung, die um 16 Uhr in der südbrandenburgischen Stadt startet. Die Veranstalter rechnen mit rund 500 Teilnehmern. Viele Regenbogenflaggen sollen als Symbol für Toleranz und Vielfalt wehen.
Rechtsextreme versuchen, Klima der Angst zu schaffen
Rechtsextreme versuchten jedoch, ein Klima der Angst in Cottbus zu schaffen, hieß es vor dem CSD. Die Stadt gilt seit langem als Hotspot des Rechtsextremismus. Eine Gegendemonstration zum CSD wurde nicht angemeldet, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Süd mitteilte. Immer wieder machen Gruppen aus der rechtsextremistischen Szene gegen CSDs mobil. Auch in Cottbus war es beim CSD 2025 zu Protesten gekommen.
Brandanschlag auf Wohnprojekt „Zelle 79“
Mehrere Angriffe in der vergangenen Woche lösten wachsende Verunsicherung aus. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte verstärkte Sicherheitsvorkehrungen zum CSD angekündigt. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes aufgrund eines Brandanschlags auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“. Die Ermittler hätten Videomaterial ausgewertet, Zeugen vernommen und Schutzmaßnahmen besprochen, sagte ein Sprecher der Polizei. Vergangene Woche hieß es, die Polizei gehe von zwei Tätern aus dem rechtsextremistischen Spektrum aus. Die Ermittler prüfen zudem eine versuchte Brandstiftung an einem Club in Cottbus. An der Grünen-Geschäftsstelle wurde eine Scheibe zerstört.
Sicherheitshinweise für Teilnehmende
Die CSD-Demo geht um 16.00 Uhr an der Stadthalle los und soll um 19.30 Uhr enden. Die Organisatoren weisen auf einige Vorsichtsmaßnahmen hin: Die Teilnehmenden sollen möglichst nur in Gruppen an- und abreisen. Dunkle Wege ohne Beleuchtung gelte es zu meiden, hieß es. Es gibt zudem einen kostenfreien Shuttle-Service zwischen der Stadthalle und dem Hauptbahnhof. Es wird auch geraten, bei der An- und Abreise Alltagskleidung zu tragen, die weniger auffällt.



