Während der historischen Hitzewelle Ende Juni hat es in Berlin laut einer Studie der Freien Universität Berlin deutlich mehr Rettungseinsätze gegeben. Die Zahl der Einsätze lag rund 23 Prozent über dem normalerweise erwartbaren Wert, wie die Untersuchung ergab. Konkret betrachtet wurden die heißen Tage zwischen dem 24. Juni und dem 2. Juli, während als Vergleichsperiode die Tage vom 4. bis 17. Juni dienten.
Rund 3.000 zusätzliche Einsätze
Die Rettungskräfte rückten während der Hitzewelle zu etwa 15.500 Einsätzen aus – rund 3.000 mehr als in der Vergleichsperiode. Besonders stark betroffen war der Bezirk Spandau mit einem Anstieg von rund 40 Prozent. Es folgten Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte.
Nicht jeder Einsatz hitzebedingt
Die Studie weist jedoch darauf hin, dass nicht jeder zusätzliche Einsatz während der Hitzewelle zwangsläufig durch die Hitze verursacht wurde. Eine genaue Unterscheidung sei nur mit detaillierteren Daten zu den Einsatzursachen möglich, die dem Studienautor Daniel Kruppke-Hansen nicht vorlagen. Er wertete Einsatzzahlen aus, die die Berliner Feuerwehr auf einem Online-Portal bereitstellt.
Höchste je gemessene Temperatur in Berlin
In Berlin wurde diesen Sommer ein Temperaturrekord aufgestellt: Am 27. Juni maß der Deutsche Wetterdienst in Tempelhof mit 39,9 Grad Celsius die höchste jemals gemessene Temperatur. Deutschlandweit forderte die extreme Hitze Ende Juni Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge mehr als 4.000 Todesopfer.
Nachwirkungen der Hitzewelle
Auffällig ist, dass die Einsatzzahlen auch nach dem meteorologischen Ende der Hitzewelle noch mehrere Tage lang deutlich erhöht blieben, obwohl die Temperaturen wieder auf normale Werte gesunken waren. „Die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze reichen demnach weit über die eigentliche Hitzewelle hinaus. Für Rettungsdienste und Krankenhäuser bedeutet das, dass die hohe Belastung nicht zwangsläufig mit dem Ende einer Hitzewarnung endet“, erklärt Studienautor Daniel Kruppke-Hansen in einer Mitteilung.



