Künstliche Intelligenz (KI) ist im Alltag vieler Deutscher angekommen – auch bei medizinischen Fragen. Laut einer exklusiven Umfrage des Beratungsunternehmens EY, die dieser Redaktion vorliegt, hat jeder Zweite (54 Prozent) in den vergangenen Monaten KI-Anwendungen für Gesundheitsfragen genutzt. Damit sei KI für viele Menschen kein abstraktes Technologiethema mehr, sondern ein praktisches Hilfsmittel, so EY.
KI-Nutzung in Deutschland unter dem weltweiten Durchschnitt
Im internationalen Vergleich hinken die Deutschen hinterher: Weltweit liegt der Nutzungsdurchschnitt bei 62 Prozent. Spitzenreiter sind Indien (90 Prozent) und China (89 Prozent), während Japan mit 42 Prozent das Schlusslicht bildet. In Deutschland gab fast jeder Vierte (23 Prozent) an, KI genutzt zu haben, um schnell an Gesundheitsinformationen zu kommen, ohne einen Arzt aufsuchen zu müssen. Ein Fünftel (20 Prozent) nutzt Chatbots wie ChatGPT zur Analyse eigener Symptome. 14 Prozent verwenden KI für Gespräche über ihre mentale Gesundheit, und 10 Prozent nutzen sie, um Beipackzettel von Medikamenten zu verstehen.
Vielen Deutschen fehlt ein tiefes KI-Verständnis
Obwohl die Mehrheit KI für Gesundheitsfragen nutzt, gibt nur etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) an, KI gut zu verstehen und sinnvoll einsetzen zu können. Damit liegt Deutschland unter dem internationalen Durchschnitt von 34 Prozent. Besonders hoch ist das KI-Verständnis in Indien (67 Prozent) und Saudi-Arabien (48 Prozent). Zu den Ländern mit den niedrigsten Werten zählen Japan (15 Prozent) sowie Deutschland gemeinsam mit China und Schweden (je 28 Prozent).
KI in der Prävention und Vorsorge
Viele Deutsche sehen Potenzial in der KI für die Gesundheitsvorsorge: 46 Prozent halten die Technologie für nützlich, um automatisch Check-ups, Vorsorgeuntersuchungen oder Rezepte zu erhalten. 37 Prozent sehen Nutzen in der Analyse genetischer Daten zur Vorhersage von Krankheitsrisiken, und 34 Prozent halten KI für hilfreich bei der Prognose oder Früherkennung von Krankheiten.
Die Ergebnisse wurden im Rahmen des „AI Sentiment Index 2026 – Fokusthema Wellbeing“ erhoben. Weltweit wurden rund 18.000 Menschen in 23 Ländern befragt, darunter 1000 in Deutschland.



