Moderater Weinkonsum könnte biologisches Alter von Männern senken
Wein senkt biologisches Alter bei Männern

Eine italienische Studie liefert neue Hinweise darauf, dass moderater Weinkonsum das biologische Alter von Männern positiv beeinflussen könnte. Die im Fachmagazin „International Journal of Public Health“ veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von 22.495 Erwachsenen ab 35 Jahren aus der italienischen Region Molise aus. Die Teilnehmer machten detaillierte Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten, wobei der Fokus auf dem Weinkonsum lag, der dort traditionell in kleinen Mengen und überwiegend zu den Mahlzeiten erfolgt.

Studienergebnisse: Fünf Monate jünger durch Wein

Die Wissenschaftler teilten die Teilnehmer nach ihrem Alkoholkonsum in Gruppen ein – von Abstinenz bis zu hohem Konsum. Zur Bestimmung des biologischen Alters nutzten sie ein Deep Neural Network, das 36 Blutwerte analysierte. Das Ergebnis: Männer, die täglich etwa 170 bis 200 Milliliter Wein tranken, wiesen ein biologisches Alter auf, das im Durchschnitt knapp fünf Monate unter dem anderer Teilnehmer lag. Allerdings zeigte sich auch: Ein hoher Alkoholkonsum von mehr als 30 bis 60 Gramm Ethanol pro Tag war mit einem beschleunigten Alterungsprozess verbunden und schnitt sogar schlechter ab als vollständiger Verzicht.

Polyphenole statt Alkohol als Schlüssel

Den Forschern zufolge ist nicht der Alkohol selbst für den Effekt verantwortlich, da sich bei Bier oder Spirituosen kein vergleichbarer Zusammenhang fand. Stattdessen vermuten sie, dass die im Wein enthaltenen Polyphenole eine wichtige Rolle spielen. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend und schützen die Zellen vor schädlichen Einflüssen. Gleichzeitig warnen die Wissenschaftler davor, Wein als Wundermittel zu betrachten: Die positive Wirkung sei das Ergebnis mehrerer Faktoren – maßvoller Weingenuss, vorwiegend zu den Mahlzeiten, sowie die mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Olivenöl. Wein ergänze diesen gesunden Lebensstil, sei aber nur ein Baustein.

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Grenzen der Studie

Die Autoren weisen auf Einschränkungen hin: Da es sich um eine Beobachtungsstudie mit Querschnittdesign handelt, können nur Zusammenhänge, keine Kausalitäten abgeleitet werden. Die Angaben zum Alkoholkonsum beruhen auf Selbstauskünften und könnten durch Erinnerungslücken oder Untertreibungen verzerrt sein. Zudem stammen alle Daten aus der süditalienischen Region Molise, sodass die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen noch geprüft werden muss.

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