Zeckenstich: So handeln Sie richtig – Entfernung, Symptome, Schutz
Zeckenstich: Richtig handeln bei Entfernung und Symptomen

Wer eine Zecke auf der Haut entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernen. Je länger das Tier saugt, desto höher ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) das Risiko einer Übertragung von Borrelien-Bakterien, die Borreliose auslösen können. Auch das FSME-Virus wird durch Zecken übertragen, vor allem in Risikogebieten. Ein Zeckenstich bedeutet nicht automatisch eine Infektion, aber richtiges Handeln minimiert das Risiko.

Zecke richtig entfernen: Schritt für Schritt

Zur Entfernung eignen sich eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine spezielle Zeckenzange. Fassen Sie die Zecke möglichst hautnah, ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Ein leichter Dreh ist erlaubt, aber quetschen Sie das Tier nicht. Experten warnen vor Hausmitteln wie Öl, Nagellack, Klebstoff oder Alkohol: Sie stressen die Zecke und können dazu führen, dass sie mehr Krankheitserreger abgibt.

Nach dem Stich: Desinfektion und Beobachtung

Desinfizieren Sie die Einstichstelle und beobachten Sie sie in den folgenden Wochen. Eine leichte Rötung direkt nach dem Stich ist meist harmlos. Wenn sich jedoch Tage oder Wochen später eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung bildet – die sogenannte Wanderröte –, ist das ein typisches Zeichen für Borreliose und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Krankheiten durch Zecken: Borreliose und FSME

Nicht jede Zecke ist infiziert. Selbst bei einem Stich einer infizierten Zecke kommt es nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. In Deutschland sind zwei Krankheiten besonders relevant:

  • Borreliose: Wird durch Bakterien übertragen, kommt bundesweit vor. Eine Impfung gibt es nicht. Früh erkannt, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln. Symptome: Wanderröte, grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Unbehandelt kann Borreliose Gelenke, Nerven oder Herz schädigen.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Wird durch Viren verursacht, tritt vor allem in Risikogebieten auf (Bayern, Baden-Württemberg, Teile Hessens, Thüringens, Sachsens, Brandenburgs). Kann zu Hirnhautentzündung führen. Es gibt keine ursächliche Behandlung, aber eine wirksame Schutzimpfung, die Menschen in Risikogebieten empfohlen wird.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn nach dem Zeckenstich eine Wanderröte, Fieber oder grippeähnliche Symptome auftreten. Auch bei starken Kopfschmerzen, Nackensteifheit oder neurologischen Auffälligkeiten ist ärztlicher Rat nötig. Wenn die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte oder Unsicherheit besteht – besonders in FSME-Risikogebieten –, gehen Sie auf Nummer sicher.

Vorbeugung: So schützen Sie sich

Ein vollständiger Schutz ist kaum möglich, aber das Risiko lässt sich deutlich senken: Tragen Sie lange Hosen und geschlossene Schuhe im hohen Gras oder Wald, stecken Sie Hosenbeine in die Socken, und verwenden Sie zeckenabweisende Mittel (Repellents). Nach Aufenthalten im Grünen sollten Sie den ganzen Körper absuchen – besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauch, Hals und Haaransatz. Auch Kinder und Haustiere sollten kontrolliert werden. Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose-Übertragung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration