Schlag gegen Netzwerke: Frauen betäubt und missbraucht - 156 Opfer und Täter identifiziert
156 Opfer und Täter: Schlag gegen Missbrauchsnetzwerke

Internationale Ermittler haben erstmals gezielt gegen Online-Netzwerke von Männern vorgegangen, die ihre Partnerinnen betäuben und sexuell missbrauchen. Die Aufnahmen werden in frauenfeindlichen Gruppen geteilt. Insgesamt wurden 156 mutmaßliche Opfer und Täter identifiziert, wie Europol in Den Haag mitteilte. An dem „Projekt Medusa“ waren maßgeblich das Bundeskriminalamt und das Hamburger Landeskriminalamt beteiligt.

Einsatz im Juni: 274 neue Spuren und neun beteiligte Länder

Der Einsatz im Juni führte zu 274 neuen Spuren. Insgesamt waren neun Länder beteiligt, mit deutscher und britischer Führung. Europol koordinierte die Aktion. Details zu Tätern oder Opfern, wie Herkunftsländer, nannte die Behörde mit Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht.

Täter tauschen Videos und Tipps aus

Die Täter sind überwiegend Männer, die ihre eigenen Partnerinnen betäuben und missbrauchen. Die Aufnahmen teilen sie in frauenfeindlichen Gruppen in sozialen Medien. Dort tauschen sie Erfahrungen und Tipps aus, etwa zur Wirksamkeit von Drogen und deren Beschaffung. Im Zuge der Operation wurden vier neue derartige Netzwerke entdeckt.

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Verbindung zum Fall Gisèle Pelicot

Diese Verbrechen erinnern an den Fall der Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem Ehemann Dominique über knapp zehn Jahre betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten wurde. Das „Projekt Medusa“ startete im April mit dem Ziel, solche Online-Netzwerke zu zerschlagen.

Bilanz seit April: 57 Festnahmen und 158 Opfer in Sicherheit

Seit April wurden in den beteiligten Ländern 57 Männer festgenommen und 158 Opfer in Sicherheit gebracht. Im Juni hatte die niederländische Polizei nach Hinweisen britischer und deutscher Kollegen vier mutmaßliche Täter festgenommen. Europol betont, dass der Kampf gegen diese Form der organisierten Kriminalität fortgesetzt wird.

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