Nach dem Amoklauf am Welfen-Gymnasium in Schongau ist ein 19-seitiges Hassdokument aufgetaucht, das die Verbindung des mutmaßlichen Täters zur sogenannten Attentäter-Fanszene belegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter durch die Internet-Subkultur radikalisiert wurde, in der Anhänger Amokläufe verherrlichen und Tötungsfantasien äußern.
Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat
Das Dokument wurde nach der Gewalttat am Gymnasium sichergestellt. Es enthält detaillierte Bezüge zu früheren Amokläufen und zeigt eine tiefe Identifikation des Täters mit der Täter-Szene. Laut den Ermittlern handelt es sich um ein 19-seitiges Schriftstück, das Hass und Gewaltfantasien dokumentiert. Die Polizei prüft nun, ob der Täter Kontakt zu anderen Mitgliedern dieser Szene hatte.
Die Attentäter-Fanszene ist im Internet aktiv und verherrlicht Taten wie den Amoklauf in Erfurt oder Winnenden. In Foren und auf Plattformen tauschen sich Anhänger aus und verherrlichen die Täter. Der Fall in Schongau zeigt, wie gefährlich diese Subkultur werden kann. Die Behörden warnen vor der zunehmenden Radikalisierung junger Menschen in diesem Milieu.
Reaktionen der Politik und der Öffentlichkeit
Der Amoklauf in Schongau hat eine breite Debatte über die Sicherheit an Schulen und die Bekämpfung von Hass im Internet ausgelöst. Politiker fordern strengere Maßnahmen gegen die Verherrlichung von Gewalt im Netz. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: „Wir müssen alles tun, um solche Taten zu verhindern. Die Verherrlichung von Amokläufen im Internet ist eine Gefahr, die wir ernst nehmen müssen.“
Die Schule selbst bleibt vorerst geschlossen. Schüler und Lehrer werden psychologisch betreut. Die Stadt Schongau hat eine Gedenkstätte eingerichtet. Die Ermittlungen dauern an, und die Polizei sucht nach möglichen Mittätern oder Unterstützern.
Hintergrund der Attentäter-Fanszene
Die Attentäter-Fanszene ist eine lose Gruppierung im Internet, die Amokläufer als Helden feiert. Sie tauschen sich über Plattformen wie Discord oder in speziellen Foren aus. Die Szene ist international vernetzt und hat bereits mehrfach zu Nachahmungstaten motiviert. Experten fordern eine stärkere Regulierung dieser Plattformen.
Der Fall in Schongau zeigt, wie wichtig Präventionsarbeit ist. Schulen und Eltern sollten wachsam sein, wenn Jugendliche sich für solche Inhalte interessieren. Die Polizei bietet Beratung an, um Radikalisierung frühzeitig zu erkennen.



