Der Tod des kleinen Adrian in Renningen sorgt für Entsetzen und wirft zahlreiche Fragen auf. Die Mutter Dijana L. hatte zunächst eine Entführung ihres Babys gemeldet, was einen Großeinsatz der Polizei auslöste. Wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt wurde das tote Kind gefunden. Schnell wuchsen die Zweifel an der Version der Mutter, inzwischen wird wegen Vortäuschens einer Straftat gegen sie ermittelt.
Der Großeinsatz und der grausame Fund
Am 24. Juni 2026 alarmierte Dijana L. die Polizei und gab an, ihr Baby Adrian sei entführt worden. Die Beamten leiteten umgehend eine großangelegte Suche ein, doch die Hoffnung währte nur kurz. Nur wenige hundert Meter von der Wohnung der Familie entfernt wurde der leblose Körper des Säuglings gefunden. Die Obduktion soll nun Klarheit über die Todesursache bringen.
Nachbarn berichten, dass die Mutter in den Tagen zuvor ungewöhnlich ruhig wirkte. „Sie hat kaum mit jemandem gesprochen, wirkte aber nicht verzweifelt“, sagt ein Anwohner. Die Polizei hat die Ermittlungen intensiviert und befragt Zeugen aus dem Umfeld der Familie.
Ermittlungen wegen Vortäuschens einer Straftat
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Ermittlungsverfahren gegen Dijana L. eingeleitet. Der Vorwurf: Vortäuschen einer Straftat. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht der Mutter eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. „Die Indizien deuten darauf hin, dass die Entführung nie stattgefunden hat“, erklärte ein Polizeisprecher. Die Beamten durchsuchen derzeit die Wohnung der Familie und sichern Spuren.
BILD-Reporter haben vor Ort tagelang recherchiert und mit Nachbarn, Kollegen und Angehörigen gesprochen. Was sie über das Leben von Dijana L., ihre frühere Vorgeschichte und den Alltag mit dem Baby erfahren haben, zeichnet ein beklemmendes Bild.
Die Vorgeschichte der Mutter
Dijana L. stammt aus der Region und ist den Behörden bereits bekannt. Nach Informationen von BILD war sie in der Vergangenheit wegen kleinerer Delikte aufgefallen. Freunde beschreiben sie als „schwierigen Charakter“, der oft unter Druck stand. „Sie hatte immer Angst, etwas falsch zu machen“, sagt eine ehemalige Kollegin. Die Geburt von Adrian vor wenigen Monaten habe die Situation zusätzlich belastet.
Nachbarn berichten von häufigen Streitigkeiten in der Wohnung. „Man hörte oft laute Diskussionen, dann war wieder Stille“, erinnert sich ein Nachbar. Das Jugendamt war offenbar bereits eingeschaltet, um die Familie zu unterstützen. Ob Adrian jemals in Obhut genommen wurde, ist unklar.
Der Alltag mit dem Baby
Die junge Mutter wirkte nach Aussagen von Bekannten überfordert. „Sie hatte kaum Hilfe vom Vater des Kindes, der angeblich beruflich viel unterwegs war“, so eine Freundin. Dijana L. pflegte einen kleinen Freundeskreis, der aber nicht eng war. In den sozialen Medien postete sie selten Fotos von Adrian, was im Nachhinein auffällt.
Die Obduktion soll auch klären, ob das Baby bereits vor der angeblichen Entführung gestorben war. „Sollte sich das bestätigen, wäre das ein schwerer Schlag für die Ermittlungen“, sagt ein Rechtsmediziner. Die Polizei wartet gespannt auf die Ergebnisse.
Reaktionen aus der Nachbarschaft
Die Bewohner von Renningen sind schockiert. „So etwas hat es hier noch nie gegeben“, sagt eine ältere Dame. Viele fragen sich, wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte. „Man hätte vielleicht früher eingreifen müssen“, meint ein anderer Nachbar. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer Hinweise zu dem Fall geben kann, soll sich melden.
Der Fall erinnert an ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit, bei denen Eltern den Tod ihrer Kinder vertuschten. „Die Motive sind oft komplex, reichen von Überforderung bis hin zu psychischen Erkrankungen“, erklärt eine Psychologin. Die Ermittler hoffen, durch die Obduktion und Zeugenaussagen Licht ins Dunkel zu bringen.



