Berlin: Fast 1500 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder – Dunkelfeld groß
Berlin: Fast 1500 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder

Die Berliner Polizei hat im Jahr 2025 insgesamt 1.458 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche registriert. Das geht aus dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Die Zahl der Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in der Hauptstadt ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken: 2025 wurden 1.013 Fälle gezählt, 45 weniger als 2024. In Brandenburg stieg die Zahl hingegen von 413 auf 445 Fälle.

Bundesweiter Anstieg der Fälle sexueller Gewalt

Bundesweit legten die Zahlen in den vergangenen fünf Jahren deutlich zu: 17.126 Fälle wurden 2025 erfasst – rund 1.600 mehr als 2021. Im Vergleich zu 2024 erhöhte sich die Zahl um 772 Fälle. Die Ermittlungen ergaben, dass in mehr als der Hälfte der Fälle eine Vorbeziehung zwischen Opfern und Tatverdächtigen bestand. Bei Jugendlichen stieg die Zahl von 1.191 auf 1.239 Fälle. Als Kinder gelten strafrechtlich Personen unter 14 Jahren.

Hohes Dunkelfeld bei Sexualdelikten

Die Statistik bildet nur das sogenannte Hellfeld ab – also die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten. „Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen“, heißt es in dem Bericht. Viele Taten würden gar nicht erst zur Anzeige gebracht. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst.

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Mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung

Die Jugendämter in Berlin und Brandenburg prüften 2025 bei deutlich mehr Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung als im Vorjahr. In Berlin gab es 22.434 Verfahren – 1.161 mehr als 2024 (plus 5,2 Prozent). In Brandenburg stieg die Zahl um 2.356 auf 10.857 Verfahren. In Berlin wurde bei 16 Prozent der Betroffenen eine akute Gefährdung festgestellt, bei 32 Prozent eine latente. Vernachlässigung war mit über der Hälfte der Fälle (7.198) die häufigste Form, gefolgt von psychischer Misshandlung (25 Prozent) und körperlicher Misshandlung (17 Prozent). In 528 Fällen (4 Prozent) lag sexuelle Gewalt vor.

In Brandenburg war bei 16 Prozent der Kinder eine akute und bei 19 Prozent eine latente Gefährdung festgestellt worden. Auch hier führte Vernachlässigung die Statistik an (2.677 Fälle). Psychische Misshandlungen machten 27 Prozent aus, körperliche 16 Prozent. Sexuelle Gewalt lag in 172 Fällen (3 Prozent) vor.

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